Hero­is­mus

Die Ratio­na­li­tät der Moderne habe alles Natür­li­che und Trieb­mä­ßige aus der Gesell­schaft ver­bannt. Zwar sei die Gesell­schaft dadurch gemä­ßig­ter und fried­li­cher gewor­den. Der Mensch ver­leugne aber per­ma­nent einen Teil seiner Natur. Männ­lich­keit und krie­ge­ri­sche Tugen­den würden ver­ur­teilt, obwohl sie ein wich­ti­ger Teil des Lebens seien. Die Gesell­schaft sei „ent­männ­licht“, bequem und feige gewor­den (Konrad Lorenz spricht von der „Ver­haus­schwei­nung des Men­schen“). Dagegen stehe die Sehn­sucht, wieder für etwas Großes, Heroi­sches ein­ste­hen zu können, womög­lich auch das Leben ein­zu­set­zen für eine höhere Sache, für die es sich lohnt.

Aus­gangs­punkt der Argu­men­ta­tion: Das Leben sei ein per­ma­nen­ter Kampf. Der Wunsch nach Inter­es­sens­aus­gleich und Kom­pro­miss sei Aus­druck von Schwä­che. Das Wesen der Politik sei die Unter­schei­dung von Freund und Feind....

Die Argu­men­ta­tion läuft so: Die kos­mo­po­li­ti­schen, volks­frem­den Eliten seien eine Min­der­heit, die sich an den ent­schei­den­den Macht­po­si­tio­nen fest­ge­setzt hat: Regie­rung, Par­la­ment, Medien, Ver­wal­tung. Sie kon­trol­lier­ten und domi­nie­ren das öffent­li­che Leben...

Die Grund­an­nahme lautet: Das Leben könne nur in Gegen­sät­zen Kraft ent­fal­ten und pro­duk­tiv sein. Ein Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen zwei Polen sei nötig, um daraus Antrieb zu schöp­fen. Nur in der Abgrenzung...

Der völ­ki­sche Anti­ka­pi­ta­lis­mus unter­schei­det zwi­schen „schaf­fen­dem“ (gut) und „raf­fen­dem“ Kapital (böse). Das Groß­ka­pi­tal bezie­hungs­weise die Hoch­fi­nanz seien vater­lands­lose Gesel­len. Sie kauften die Politik und kor­rum­pier­ten die Gesell­schaft. Global agie­rende Großkonzerne...

Die west­li­che Gesell­schaft befinde sich in ihrem End­sta­dium, heißt es oft in Anleh­nung an Oswald Speng­ler. Sie gehe an ihrer Deka­denz zugrunde. Überall finden sich Zeichen von Verfall und Selbstauflösung....