Alex­andr Dugin

Kreuz­zug gegen den Liberalismus
und Ver­bin­dun­gen nach Deutschland

von Andreas Umland

Der schil­lernde rechts­ex­treme Theo­re­ti­ker Alek­sandr Dugin, 1962 in Moskau geboren, ist heute den meisten Nationalismus­forschern rund um die Welt ein Begriff. Über die Fach­welt hinaus erhielt er in den letzten Jahren erheb­li­che inter­na­tio­nale Medi­en­auf­merk­sam­keit. So wurde Dugin 2014 von der renom­mier­ten Washing­to­ner Zeit­schrift Foreign Policy in deren Liste der 100 „füh­ren­den glo­ba­len Denker“ (1) unter der Kate­go­rie „Agi­ta­to­ren“ auf­ge­nom­men. Dugins Hoch­zeit als Ideen­ge­ber des auto­ri­tä­ren Regimes Putins scheint zwar vorüber, er spielt aber immer noch eine Rolle als radi­ka­ler Ideo­loge und als Ver­bin­dungs­mann zu anti­west­lich-natio­na­lis­ti­schen Grup­pie­run­gen im Ausland.
Im Kon­trast zu seiner hohen all­ge­mei­nen Bekannt­heit hat Dugin nur geringe aka­de­mi­sche Aner­ken­nung erlangt. Letz­te­res wünscht sich der selbst­er­klärte Begrün­der des rus­si­schen sog. „Neo­eu­ra­sis­mus“ sehn­lichst – so zumin­dest deutet es die Tonlage seiner zahl­rei­chen Audio- und Video­auf­tritte auf rus­si­schen Inter­net­sei­ten an.

1. „Neu­eu­ra­sier“

Dugins „neo­eu­ra­si­sche“ Ideo­lo­gie ist – ent­ge­gen ihrer Bezeich­nung – nur par­ti­ell eine Fort­set­zung der eura­si­schen Idee der rus­si­schen anti­kom­mu­nis­ti­schen Emi­gra­tion der Zwi­schen­kriegs­zeit. (2) Die klas­si­schen Eura­sier der 1920er-1930er waren eine ori­gi­när rus­si­sche, pan­na­tio­na­lis­ti­sche Intel­lek­tu­el­len­be­we­gung mit hohem wis­sen­schaft­li­chem Anspruch, welcher einige von ihnen an renom­mierte west­li­che Hoch­schu­len führte. Sie glaub­ten auf­grund mul­ti­dis­zi­pli­nä­rer For­schung, einen dritten Kon­ti­nent und eine eigen­stän­dige Zivi­li­sa­tion – „Eura­sien“ – zwi­schen Asien und Europa ent­deckt zu haben. Das Ter­ri­to­rium dieses auto­ri­tä­ren, „ideo­kra­ti­schen“ (d. h. von poli­ti­schen Ideen regier­ten) und christ­lich-ortho­do­xen „Eura­si­ens“ war, in der Vor­stel­lung der Eura­sier, weit­ge­hend kon­gru­ent mit der Fläche der UdSSR.

Dugins „Neo­eu­ra­sis­mus“ dagegen ist geo­gra­phisch weniger klar defi­niert, ja nicht einmal not­wen­dig nur auf die euro-asia­ti­sche Land­masse beschränkt. Auch ist sein aus­schwei­fen­des Theo­rie­ge­bäude – im Gegen­satz zum klas­si­schen Eura­sis­mus – mit kei­ner­lei ernst­zu­neh­men­den empi­ri­schen Unter­su­chun­gen unter­legt. Sie ist, im Gegen­teil, extrem spe­ku­la­tiv und mutet oft gera­dezu mär­chen­haft an. Dugins manichäi­sche Welt­ge­schichte eines uralten Kampfes der See- gegen die Land­mächte erscheint teils als Per­si­flage auf Tol­ki­ens Welt im Roman Herr der Ringe und ähn­li­che Fantasy-Belletristik.

Die Bezeich­nung „Neo­eu­ra­sis­mus“ stellt auch in anderer Hin­sicht einen Eti­ket­ten­schwin­del dar. Dugins Doktrin beruht weniger auf klas­si­schem rus­si­schen Eura­sier­tum, als auf west­li­chen Quellen, wie dem west­eu­ro­päi­schen Anar­cho­syn­di­ka­lis­mus, der deut­schen Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­tion, der klas­si­schen Geo­po­li­tik (v.a. Halford Mack­in­der und Karl Haus­ho­fer) oder dem west­li­chen Inte­gra­len Tra­di­tio­na­lis­mus. „Neo­eu­ra­sis­mus“ ist bei Dugin wenig mehr als eine ideo­lo­gisch und geo­gra­phisch fle­xi­ble Chiffre für radi­ka­len Kol­lek­ti­vis­mus, mega­lo­ma­ni­schen Neo­im­pe­ria­lis­mus, unver­blüm­ten Bel­li­zis­mus, fana­ti­schen Revo­lu­tio­na­ris­mus und fun­da­men­ta­len Antiamerikanismus.

Eine Pro­kla­ma­tion, wie zum Bei­spiel die fol­gende Dugins, wäre für die – frei­lich eben­falls auto­ri­tär und anti­west­lich ein­ge­stell­ten – klas­si­schen Eura­sier unmög­lich gewesen:

Solange wie die Macht in den Händen der glo­ba­len Olig­ar­chie ist, brau­chen wir kei­ner­lei Gesetze zu beach­ten – mit Aus­nahme der Gesetze des Krieges und der Revo­lu­tion. Im Übrigen regiert die globale Olig­ar­chie selbst auf Grund­lage einer neuen Ordnung, sie pro­vo­ziert Kon­flikte und bemüht sich diese zu mani­pu­lie­ren. Unter solchen Bedin­gun­gen haben wir es zu tun mit gesetz­wid­ri­gen Dieben und Wahn­sin­ni­gen, deren Ver­nich­tung die Pflicht eines jeden nor­ma­len Men­schen ist, welcher seiner art­ei­ge­nen Würde treu bleibt. Der Krieg ist unsere Heimat, unser Element, unser natür­li­ches Mut­ter­mi­lieu, in dem wir lernen müssen, effek­tiv und sieg­reich zu exis­tie­ren.“ (3)

2. Von einer Rand­fi­gur zum Medienstar

Der hoch­pro­duk­tive Publi­zist war in den späten 1980ern zunächst kurz­zei­tig Mit­glied der berüch­tig­ten anti­se­mi­ti­schen Gruppe „Pamjat“ (Erin­ne­rung) sowie Mitte der 1990er unter anderem Mit­grün­der der skan­dal­träch­ti­gen außer­par­la­men­ta­ri­schen Natio­nal-Bol­sche­wis­ti­schen Partei Russ­lands. Er machte sich zu dieser Zeit einen Namen als Ideen­ge­ber der post­so­wje­ti­schen neo­fa­schis­ti­schen Szene. Frei­lich waren die meisten seiner – im dama­li­gen Russ­land – ori­gi­nell klin­gen­den Termini ledig­lich rus­si­sche Über­set­zun­gen von in Moskau bis dato noch unbe­kann­ten Begriff­lich­kei­ten aus dem inter­na­tio­na­len Anti­li­be­ra­lis­mus („Tel­luro­kra­tie“, „Politik des Spek­ta­kels“, „Kali­yuga“ usw. usf.). Trotz seiner schon damals aktiven Rei­se­tä­tig­keit, hohen intel­lek­tu­el­len Ambi­tion und enormen Schrift­pro­duk­tion, ver­blieb er bis Ende 1990er jedoch am poli­ti­schen Rand des Jel­z­in­schen Russlands.

Dugins schritt­wei­ses Vor­drin­gen in den rus­si­schen Main­stream fiel mit dem Auf­stieg Wla­di­mir Putins und dessen Ambi­tio­nen zur Restau­ra­tion der rus­si­schen Macht­sphäre zusam­men, die im post­so­wje­ti­schen Raum ursprüng­lich eben­falls unter „eura­si­scher“ Flagge segel­ten. Putins Plan mündete 2015 in die Grün­dung der Eura­si­schen Wirt­schafts­union als wich­tigs­ter insti­tu­tio­nel­ler – wenn auch kei­nes­falls ein­zi­ger – poli­ti­scher Aus­fluss des wach­sen­den Mos­kauer Neo­im­pe­ria­lis­mus‘ nach Jelzins Rück­tritt Ende 1999. Die ter­mi­no­lo­gi­sche Par­al­le­li­tät von Putins anvi­sier­ter „Eura­si­scher Union“ (4) (später: „Wirt­schafts­union“) zu Dugins „Neo­eu­ra­sis­mus“ belegt aller­dings – ent­ge­gen einiger dahin­ge­hen­der Spe­ku­la­tio­nen – keinen direk­ten Ein­fluss von Dugins extre­mis­ti­schen Welt­ver­än­de­rungs­ideen auf Putins restau­ra­tive Agenda.

Viel­mehr gibt es in Russ­land seit der Jahr­hun­dert­wende eine eher indi­rekte und dis­kur­sive Wech­sel­wir­kung zwi­schen der Rhe­to­rik sowie dem Ver­hal­ten des Putin­re­gimes einer­seits und der publi­kums­wirk­sa­men Pro­pa­gie­rung rechts­ex­tre­mer Ideen durch Dugin, Wla­di­mir Shiri­no­w­skij und ähn­li­che rus­si­sche Ultra­na­tio­na­lis­ten ande­rer­seits. (5)

Die „Polit­tech­no­lo­gen“ des Kremls steuern und fördern die Mos­kauer Rechts­ex­tre­mis­ten sowie ihre Medi­en­prä­senz je nach tages­po­li­ti­scher Wet­ter­lage. Putins Régime macht sich durch seine kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­ti­schen Spiele mit ver­schie­de­nen rus­si­schen Faschis­ten jedoch auch par­ti­ell zur Geißel der apo­ka­lyp­ti­schen Dis­kurse, die Dugin, Shiri­no­w­skij und Co. – als Ergeb­nis ihrer För­de­rung durch den Kreml – in der breiten Öffent­lich­keit ver­brei­ten können.

 

Offener noch als Shiri­no­w­skij ist Dugin ein beken­nen­der geo­po­li­ti­scher Revolutionär. 

Dugin gebär­det sich nicht nur, wie auch Shiri­no­w­skij, demons­tra­tiv als Fana­ti­ker, sondern scheint tat­säch­lich von einem gera­dezu patho­lo­gi­schen Nihi­lis­mus getrie­ben. Zwar arbei­tet auch Putin – wie Dugin – an der Unter­gra­bung der libe­ra­len Welt­ord­nung. Auch neigt er zuneh­mend zu mar­tia­li­scher Rhe­to­rik, die in den ver­gan­ge­nen Jahren immer stärker an rus­si­sche rechts­ra­di­kale Dis­kurse erin­nerte. Der Prä­si­dent der Rus­si­schen Föde­ra­tion ist aller­dings eher ein auto­ri­tä­rer Klep­to­krat als ein Ver­fech­ter tota­li­tä­rer Ideo­kra­tie, wie sie Dugin vorschwebt.

Putin strebt den Erhalt bezie­hungs­weise eine Wie­der­her­stel­lung Russ­lands als ein Impe­rium an, (6) in dem sich  die herr­schende Gruppe sys­te­ma­tisch berei­chert und sich zugleich jeder par­la­men­ta­ri­schen und rechts­staat­li­chen Kon­trolle ent­zieht. Dugins Pläne dagegen gehen weit über die poli­ti­schen Grenzen und Systeme des ehe­ma­li­gen Zaren- und Sowjet­reichs hinaus. Dugin strebt die Schaf­fung eines voll­kom­men neuen Reiches, ja einer noch nie dage­we­se­nen Welt­ord­nung an. Trotz bestimm­ter Über­schnei­dun­gen im Anti­li­be­ra­lis­mus Dugins und Putins etwa bei ihrer Bewer­tung der USA, sexu­el­ler Min­der­hei­ten, inter­na­tio­na­lis­ti­scher Ideen und anthro­po­zen­tri­scher Denk­mo­delle über­wie­gen daher die Unter­schiede die Ähn­lich­kei­ten zwi­schen ihnen.

 

Dugins Präsenz

Die ukrai­ni­sche Orange Revo­lu­tion von 2004, (7) der rus­sisch-geor­gi­sche Krieg von 2008, die Mos­kauer Pro­teste von 2011–2012, die ukrai­ni­sche Revo­lu­tion der Würde von 2013–2014 sowie der rus­sisch-ukrai­ni­sche Krieg seit 2014 waren Schlüs­sel­etap­pen sowohl für Russ­lands Abwen­dung vom Westen (8) als auch für Dugins Auf­stieg ins Mos­kauer poli­ti­sche Estab­lish­ment. Die öffent­li­che Präsenz Dugins verlief frei­lich wel­len­för­mig. Sie ist von poli­ti­schen Kon­junk­tu­ren sowie einer Aver­sion großer Teile der rus­si­schen Intel­li­gen­zija gegen­über Dugins not­dürf­tig ver­schlei­er­tem Faschis­mus geprägt. Nach der letzten Hoch­phase seiner Pro­mi­nenz 2014 ist seine Medi­en­prä­senz in den ver­gan­ge­nen Jahren wieder gesunken.

Und doch pro­fi­tierte der radi­kale Ame­ri­ka­kri­ti­ker in den letzten zwei Jahr­zehn­ten immer wieder von den eska­lie­ren­den Kon­fron­ta­tio­nen des Putin­re­gimes mit Demo­kra­tie­be­stre­bun­gen inner- und außer­halb Russ­lands. Sollten diese inner­rus­si­schen und außen­po­li­ti­schen Kon­flikte anhal­ten oder sich weiter ver­schär­fen, kann Dugin in Zukunft für den Kreml wieder inter­es­san­ter werden. Im schlimms­ten Fall könnte der „rote Faschist“ Dugin gar zum Chef­ideo­lo­gen eines immer radi­ka­ler und mili­ta­ris­ti­scher wer­den­den rus­sisch-auto­ri­tä­ren Staates aufsteigen.

3. Schmitts und Heideggers
Funk­tio­nen für Dugin

Unab­hän­gig von seinen künf­ti­gen poli­ti­schen Aus­sich­ten, ist Dugin schon heute – womög­lich wie kein anderer Theo­re­ti­ker ähn­li­cher Couleur – zu einer festen Größe sowohl seiner natio­na­len „patrio­ti­schen“ als auch der inter­na­tio­na­len rechts­ex­tre­men Szene gewor­den. Dabei scheint dem poly­glot­ten Agi­ta­tor seine Präsenz außer­halb Russ­lands inzwi­schen wich­ti­ger als Aner­ken­nung daheim zu sein. Dugin koket­tiert in wöchent­li­chen Video- und Audio­auf­trit­ten unent­wegt mit seinen Vor­trä­gen im Ausland, der Ver­öf­fent­li­chung seines Buches „Die Vierte Poli­ti­sche Theorie“ in ver­schie­de­nen Spra­chen oder seiner flüch­ti­gen Bekannt­schaft mit dem ein­fluss­rei­chen US-ame­ri­ka­ni­schen Poli­to­lo­gen Francis Fukuyama.

Dieses und ähn­li­ches Name­drop­ping reiht sich in Dugins häufige öffent­li­che Bezug­nahme auf bekannte west­li­che  anti­li­be­rale Theo­re­ti­ker ein. Dies gilt nicht zuletzt für pro­mi­nente Anti­de­mo­kra­ten der Wei­ma­rer Repu­blik, ins­be­son­dere für Carl Schmitt sowie Martin Hei­deg­ger. Letz­te­rer scheint seit einiger Zeit die Rolle eines intel­lek­tu­el­len Über­va­ters in Dugins Selbst­ver­ständ­nis ein­ge­nom­men zu haben. Schmitt und Hei­deg­ger eignen sich aus min­des­tens drei Gründen beson­ders gut als Bezugs­grö­ßen für Dugin.

 

Bekennt­nisse zum Faschismus

Zum ersten rela­ti­vie­ren Schmitts und Hei­deg­gers Ver­wick­lun­gen mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus Dugins einst unge­schminkte Affi­ni­tät zum Dritten Reich, seine Bekennt­nisse zum Faschis­mus und Koope­ra­tion mit dem rus­si­schen Neonazismus. 

Dugins Sym­pa­thie für das Hit­ler­re­gime war und ist für sich genom­men eine unver­zeih­li­che Fun­da­men­tal­ver­let­zung sowje­ti­scher und post­so­wje­ti­scher poli­ti­scher Kor­rekt­heit. Sie wirkt jedoch im Lichte der Ver­stri­ckun­gen solch welt­weit renom­mier­ter Denker wie Schmitt und Hei­deg­ger weniger verwerflich.

Dugin befand sich 1994 in einer kurzen Allianz (9) mit einer unver­blümt nazis­ti­schen Bewe­gung – der Rus­si­schen Natio­na­len Einheit, bekannt unter der Abkür­zung RNE. Die neo­fa­schis­ti­sche RNE ver­wen­det ein abge­wan­del­tes Haken­kreuz sowie den Hit­ler­gruß. Die RNE war, wie auch Dugins eigener Eura­si­scher Jugend­bund, Anfang 2014 in die Anfa­chung des Pseudo-Bür­ger­kriegs in der Ost­ukraine invol­viert. So war z.B. der erste sog. „Volks­gou­ver­neur“ von Donezk, der ukrai­ni­sche Staats­bür­ger Pawel Gubarew, einst Mit­glied sowohl der RNE als auch des Eura­si­schen Jugend­bun­des (10) – beide mit Haupt­quar­tier in Moskau.

Auch ver­wen­det die von Dugin 1993 mit­ge­grün­dete Natio­nal-Bol­sche­wis­ti­sche Partei eine Flagge, deren Farb­kom­bi­na­tion an das schwarz-weiß-rote Naziem­blem erin­nert. Anstatt des Haken­kreu­zes bildet sie das sowje­ti­sche Hammer-und-Sichel-Symbol ab. (11) Anfang der Neun­zi­ger klas­si­fi­zierte Dugin in einer seiner Früh­schrif­ten „SS-Ober­grup­pen­füh­rer“ Rein­hard Tristan Heyd­rich als einen „über­zeug­ten Eura­sier“ (12) – und damit als Vor­läu­fer seiner heute so genann­ten Inter­na­tio­na­len Eura­si­schen Bewe­gung. Unter dem Pseud­onym „Alek­sandr Schtern­berg“ besang Dugin in einem Gedicht Anfang der Neun­zi­ger die Wie­der­auf­er­ste­hung von „SS-Reichs­füh­rer“ Hein­rich Himmler. (13)

 

Revo­lu­tio­näre Weltneuordnung

Zum zweiten eignen sich Schmitts und Hei­deg­gers abge­ho­bene Ideen­ge­bäude und sub­ver­sive Rhe­to­rik in beson­de­rem Maße zur Refor­mu­lie­rung des ursprüng­lich iso­la­tio­nis­ti­schen, ter­ri­to­rial satu­rier­ten klas­si­schen Eura­sis­mus in eine revo­lu­tio­näre Welt­neu­ord­nungs­idee, die Dugin seit einigen Jahren als „Vierte Poli­ti­sche Theorie“ ver­kauft. Sowohl Schmitts all­ge­mein­po­li­ti­scher Manichäis­mus als auch Hei­deg­gers intro­ver­tierte Daseins­er­wä­gun­gen sind auf­grund ihrer hohen Abs­trak­ti­ons­ebene für Dugin gut zu ver­ein­nah­men und für den post­so­wje­ti­schen Kontext zu adap­tie­ren. In seinem Bespre­chungs­auf­satz „Dugins Hei­deg­ger und die Hoff­nun­gen auf eine rus­si­sche kon­ser­va­tive Revo­lu­tion“ (17.6.2016) (14) auf der Mos­kauer rechts­in­tel­lek­tu­el­len Web­seite „Die Rus­si­sche Idee“ schreibt der Phi­lo­so­phie­his­to­ri­ker Andrej Lawru­chin, dass „die Qua­si­me­ta­pho­rik, Irra­tio­na­li­tät und Sug­ges­ti­vi­tät der Hei­deg­ger­schen Sprache zur Ent­bin­dung der Hände Dugins“ bei­trage. In seinem popu­lä­ren Buch „Martin Hei­deg­ger: Phi­lo­so­phie eines anderen Beginns“, (15) erst­mals 2001 erschie­nen, über­setzte Dugin den deut­schen Phi­lo­so­phen, gemäß Lawru­chin, frei und legte dessen Termini will­kür­lich aus.

Im Ergeb­nis folgt die Dug­in­sche Inter­pre­ta­tion ihrer eigenen Logik und berührt das Denken Hei­deg­gers nur in einer all­ge­mei­nen, unge­fäh­ren und teil­weise sinn­ent­stel­len­den Art und Weise. Die betont enga­gierte Inter­pre­ta­tion Dugins ver­sucht eher Hei­deg­gers Phi­lo­so­phie in eine weitere Bestä­ti­gung seiner eigenen Ideen und Kon­zepte zu ver­wan­deln, als den Sinn der Hei­deg­ger­schen Phi­lo­so­phie zu ver­ste­hen und authen­tisch zu erklä­ren“. (16)

In den Worten Dugins war Carl Schmitt „ein Ver­tre­ter der Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­tion, und ent­spre­chend haben seine Ideen eine ganze Reihe von Über­schnei­dun­gen mit der Vierten Poli­ti­schen Theorie“. Dugin schreibt weiter:

Die Kon­zep­tion der ‚Rechte der Völker‘, die von Schmitt ent­wor­fen wurde, und ebenso seine Theorie der ‚Ordnung der großen Räume‘ und Impe­rien sind radi­kale Schritte über die Grenzen des anthro­po­lo­gi­schen Indi­vi­dua­lis­mus hinaus, auf dem die libe­rale Phi­lo­so­phie beruht. Schmitt ist fun­da­men­tal, und seine Werke und Ideen fördern man­nig­fach die Über­win­dung des libe­ra­len Dis­kur­ses. Das ist das beste, was es in diesem Bereich gibt.“ (17)

Die innen- und außen­po­li­ti­schen Ord­nungs­vor­stel­lun­gen anderer  anti­li­be­ra­ler Ideo­lo­gen liefern Dugin zwar eben­falls ori­gi­nell klin­gende Ideen und exal­tierte Kon­zepte. Viele dieser Formeln sind jedoch für sein zukunfts­ori­en­tier­tes poli­ti­sches Projekt inso­fern von gerin­ge­rem Nutzen, als sie nicht ohne wei­te­res auf das heutige Russ­land im Beson­de­ren und das 21. Jahr­hun­dert im All­ge­mei­nen anwend­bar sind. Schmitts und Hei­deg­gers Schrif­ten können hin­ge­gen zeit- und raum­über­grei­fend als Stein­bruch für Dugins Gedan­ken­ge­bäude geplün­dert werden.

 

Stigma des Außenseiters

Zum dritten will Dugin mit seiner häu­fi­gen Bezug­nahme auf die beiden umstrit­te­nen deut­schen Denker vom hohen Renom­mee Schmitts und ins­be­son­dere Hei­deg­gers in Wis­sen­schaft und Kultur pro­fi­tie­ren. Dugin wäre selbst gern ein Denker von Rang eines Hei­deg­ger – und nicht nur ein zwar inter­na­tio­nal berühmt-berüch­tig­ter, aber ledig­lich in anti­li­be­ra­len Kreisen gefei­er­ter Theo­re­ti­ker. Dugin scheint unter seiner aka­de­mi­schen Iso­la­tion  zu leiden und dies mit laut­star­ker Ver­ein­nah­mung berühm­ter Phi­lo­so­phen aus­glei­chen zu wollen. Sein intel­lek­tu­el­ler Außen­sei­ter­sta­tus als Kult­fi­gur des rechts­ex­tre­men Milieus und seine man­gelnde Akzep­tanz in den Sozial- und Geis­tes­wis­sen­schaf­ten behin­dern auch die Rea­li­sie­rung seines Traums von der Erobe­rung einer kul­tu­rel­len Hege­mo­nie für den „Neo­eu­ra­sis­mus“ (18) im post­so­wje­ti­schen Raum oder zumin­dest in Russ­land selbst.

Zwar kenn­zeich­net eine häufig als „eura­sisch“ titu­lierte, neo­im­pe­ria­lis­ti­sche und anti­west­li­che Dis­po­si­tion heute einen großen Teil der regime­treuen poli­ti­schen und intel­lek­tu­el­len rus­si­schen Elite. (19) Und Dugin sowie seine Schüler haben diesen Stim­mungs­wan­del über drei Jahr­zehnte (20) mit tau­sen­den und aber­tau­sen­den tra­di­tio­nel­len sowie elek­tro­ni­schen Medi­en­pro­duk­ten beför­dert. Die reak­tio­när-neo­so­wje­ti­sche bzw. neo­za­ris­ti­sche Ein­stel­lung der meisten Putin­un­ter­stüt­zer in der rus­si­schen Politik, Kultur, Diplo­ma­tie und Wis­sen­schaft ist aller­dings immer noch weit vom geo­po­li­ti­schen Revo­lu­tio­na­ris­mus und blind­wü­ti­gen Bel­li­zis­mus Dugins entfernt.

4. Vom „dritten“ zum „vierten Weg“

Dugins Umbe­nen­nung seiner Ideo­lo­gie in „Vierte Poli­ti­sche Theorie“ Anfang der Zwei­tau­sen­der und die häufige Beru­fung auf Hei­deg­ger, Schmitt sowie andere anti­west­li­che Vor­den­ker ver­fol­gen offen­bar das Ziel, seinen nihi­lis­ti­schen Plänen brei­tere intel­lek­tu­elle und poli­ti­sche Akzep­tanz zu ver­schaf­fen. Dugin prä­sen­tierte sich in den Neun­zi­gern noch unbe­fan­gen als Ver­tre­ter des „Dritten Weges“ und eines neuen Faschis­mus. Heute insis­tiert er hin­ge­gen, dass er einen aus­drück­lich nicht­fa­schis­ti­schen „vierten“ Weg vertrete.

Dugin gemäß haben die drei Theo­rien des Libe­ra­lis­mus, Mar­xis­mus und Faschis­mus jeweils Fiaskos erlit­ten. Die heutige Welt erscheine zwar – nach der Über­win­dung des Faschis­mus 1945 und des Mar­xis­mus 1991 – als vom Libe­ra­lis­mus beherrscht. Sowohl der Post­mo­der­nis­mus, die LGBT-Bewe­gung sowie ähn­li­che von Dugin als Patho­lo­gien ver­stan­dene Phä­no­mene, als auch der Auf­stieg nati­vis­ti­scher Popu­lis­ten seien jedoch Vor­bo­ten eines bal­di­gen Endes der west­lich domi­nier­ten, libe­ra­len Epoche. Sie mar­kie­ren in der Welt­erklä­rung des rus­si­schen Neu­ge­burts­pro­phe­ten den begin­nen­den Nie­der­gang des Libe­ra­lis­mus, ja bal­di­gen Kollaps der moder­nen Welt.

 

Über­mensch“ und „Zar der Welt“

Dugins Alter­na­tive zur libe­ra­len Ordnung, seine so genannte „Vierte Poli­ti­sche Theorie“, ist – bei genaue­rem Hin­se­hen – frei­lich wenig mehr als ein ver­klau­su­lier­ter Neo­fa­schis­mus. Dugin lehnt zwar den Nati­ons­be­griff sowie einen auf den Natio­nal­staat fixier­ten Natio­na­lis­mus aus­drück­lich ab und ver­wen­det statt­des­sen Wörter wie „Dasein“, „Volk“, „Ethnos“, „Impe­rium“ oder „Zivi­li­sa­tion“. Auch prä­sen­tiert er sich als über den poli­ti­schen Lagern stehend: 

[W]ir müssen die Rechten, Linken und welt­wei­ten tra­di­tio­nel­len Reli­gio­nen im gemein­sa­men Kampf gegen den gemein­sa­men Feind ver­ei­nen. Soziale Gerech­tig­keit, natio­nale Sou­ve­rä­ni­tät und tra­di­tio­nelle Werte sind die Grund­prin­zi­pien der Vierten Poli­ti­schen Theorie.“ (21)

Seine Zukunfts­vi­sion ist gespickt mit links­ra­di­kal anmu­ten­den sozia­len und öko­no­mi­schen Ideen wie der Abschaf­fung des Pri­vat­ei­gen­tums, der „Unter­drü­ckung und Ver­nich­tung der Bour­geoise“ und Her­stel­lung mate­ri­el­ler Gleich­heit. Gleich­zei­tig pro­pa­giert er jedoch einen „Hyper­eli­tis­mus“, „Hyper­in­tel­lek­tua­lis­mus“, „geis­tige Ungleich­heit, eine Hier­ar­chie des Geistes, eine The­ar­chie [Göt­ter­herr­schaft], Tele­ar­chie und pla­to­ni­sche Kasten“. Die Öko­no­mie muss „sich in den Händen einer regie­ren­den geis­ti­gen Aris­to­kra­tie“ befin­den. Die Vierte Poli­ti­sche Theorie „besingt die Bau­ern­schaft“, hat die „Ent­sied­lung der Städte“ zum Ziel und will den „Tra­di­tio­na­lis­mus zum all­ge­mein ver­pflich­ten­den reli­giö­sen Para­digma“ machen. Für die poli­ti­sche Ordnung des „Vierten Weges“ gelte: „kei­ner­lei Demo­kra­tie (der Demos ist genauso schlecht, wie die Olig­ar­chie und Tyran­nei); kei­ner­lei Par­teien; eine Allianz der Mon­ar­chie, der Aris­to­kra­tie und des Staats­we­sens – wie in Rom; poli­ti­scher Aris­to­te­lis­mus und Pla­to­nis­mus; Prä­mo­derne“. Das „Ver­hält­nis [der Vierten Poli­ti­schen Theorie] zum poli­ti­schen Helden und cha­ris­ma­ti­schen Chef“ ist dadurch cha­rak­te­ri­siert, dass der „Über­mensch im Zentrum des poli­ti­schen Systems steht“, als der „Zar der Welt, das Radi­kale Subjekt, die direkte Herr­schaft des ‘Nicht­men­schen‘, der Dasein-Herr­scher, der Phi­lo­soph als Herr­scher“. Das Sozi­al­mo­dell der „Vierten Poli­ti­schen Theorie“ ist geprägt von einer „totalen Ableh­nung des Indi­vi­du­ums als Erschei­nung“ und dem Ziel einer „reor­ga­ni­sier­ten spi­ri­tu­el­len Gesell­schaft als eine holis­ti­sche Gesamt­heit entlang der Ver­ti­kale des himm­li­schen Feuers“. (22)

 

Der neue Dugin

Der Dugin des frühen 21. Jahr­hun­derts ist aller­dings ein in vieler Hin­sicht anderer als der des aus­ge­hen­den 20. Jahr­hun­derts. Vor allem gibt sich dieser neue Dugin heute als offener, welt­läu­fi­ger und dis­kus­si­ons­be­rei­ter Intel­lek­tu­el­ler, ja häufig gar als „Anti­fa­schist“ – und nicht mehr als SS-Bewunderer.

Dugins jüngere Zukunfts­er­wä­gun­gen sind weniger russo­zen­trisch sowie mes­sia­nis­tisch und nunmehr an alle Zivi­li­sa­tio­nen adres­siert. Neu­rech­ten Theo­re­ti­kern im Westen folgend, pro­pa­giert Dugin mittels seiner „Vierten Poli­ti­schen Theorie“ ein alter­na­ti­ves Ver­ständ­nis von „Plu­ra­lis­mus“ als die Idee einer geo­gra­phi­schen Sepa­ra­tion inkom­pa­ti­bler Kul­tu­ren und einer Mul­ti­po­la­ri­tät geo­po­li­ti­scher Machtzentren. 

Diese bio­gra­phi­sche Ent­wick­lung erin­nert an poli­ti­sche Wand­lun­gen anderer anfäng­lich unver­hoh­len faschis­ti­scher Extre­mis­ten. Alain de Benoist – intel­lek­tu­el­ler Anfüh­rer der west­eu­ro­päi­schen Neuen Rechten, lang­jäh­ri­ger Kol­la­bo­ra­teur Dugins und in vieler Hin­sicht dessen Vorbild – etwa begann seine publi­zis­ti­sche Kar­riere als offener Rassist. Als Kon­trast­pro­gramm zum linken Inter­na­tio­na­lis­mus ent­wi­ckel­ten de Benoist und seine Mit­strei­ter im Gefolge der 1968er Bewe­gung eine so genannte „eth­nop­lu­ra­lis­ti­sche“ Ideo­lo­gie, die ein „Recht auf Dif­fe­renz“ pro­kla­miert. Sie will die Inte­gri­tät und das Anders­sein euro­päi­scher Kultur durch Exklu­sion, Segre­ga­tion und Depor­ta­tion von „raum­frem­den“ Migran­ten bewahren.

Ähn­li­che Umdeu­tun­gen und Wort­spiele finden sich auch bei Dugin, der heute sogar eine „anti­ras­sis­ti­sche Revo­lu­tion“ pro­kla­miert. Dabei muss der rus­si­sche Rechts­ex­tre­mist sich jedoch nicht nur von seiner Ver­gan­gen­heit als SS-Bewun­de­rer abset­zen. Dugin will auch seine eigene intel­lek­tu­elle Evo­lu­tion und kryp­to­fa­schis­ti­sche Ideo­lo­gie von der­je­ni­gen seiner west­eu­ro­päi­schen Vor­bil­der abheben.  Seine „Vierte Poli­ti­sche Theorie“ unter­schei­det sich bei genaue­rem Hin­se­hen nämlich nur durch ihren beson­ders unver­blüm­ten Nihi­lis­mus und Bel­li­zis­mus von älteren Ideen­ge­bäu­den der Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­tion und Neuen Rechten. In der Sub­stanz sind Dugins Vor­stel­lun­gen wenig originell.

Dugin ver­sucht, seine „Vierte Theorie“ durch Mys­ti­fi­zie­rung und pseudo-aka­de­mi­sches Wort­ge­klin­gel als beson­ders profund erschei­nen zu lassen. Hierbei kommen Dugin sein – im Ver­gleich zu seinen west­li­chen Kon­kur­ren­ten am rechten Rand – relativ hoher poli­ti­scher Status und zeit­weise Pro­fes­sur in Moskau sowie seine zahl­rei­chen inter­na­tio­na­len Kon­takte zugute. Auch die geringe Qua­li­tät gesell­schaft­li­cher Debat­ten in den staats­na­hen Mas­sen­me­dien sowie die Unter­ent­wick­lung der Sozi­al­wis­sen­schaf­ten an den meisten Uni­ver­si­tä­ten und For­schungs­in­sti­tu­ten Russ­lands kommen ihm hierbei zupass. Solche post­so­wje­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen des öffent­li­chen Dis­kur­ses im heu­ti­gen Russ­land sind zen­trale Bestim­mungs­fak­to­ren seines rela­ti­ven Erfolgs in Moskau.

5. Die ver­blei­bende Unbestimmtheit
des „Vierten Weges“

In der schon zitier­ten zweiten rus­si­schen Ausgabe seiner rich­tungs­wei­sen­den Arti­kel­samm­lung „Der Vierte Weg“ bemerkt Dugin, dass „einige Aspekte“ seiner Ideo­lo­gie „Ähn­lich­keit mit dem poli­ti­schen System des moder­nen schii­ti­schen Iran“ haben. (23) Das impli­ziert aller­dings nicht eine Abwen­dung Russ­lands von der euro­päi­schen Zivilisation:

[W]ir sind kei­nes­falls Feinde Europas, wir sind seine auf­rich­ti­gen und treuen Freunde. Der Westen und die Moderne – das sind zwei Bezeich­nun­gen einer unheil­ba­ren Krank­heit. Europa ande­rer­seits ist das herr­li­che und in seinem Kern hoch­ste­hende Wesen, welches an dieser Krank­heit leidet. Daher stellt sich die Vierte Poli­ti­sche Theorie die Aufgabe der ‘Befrei­ung Europas vom Westen und der Neuzeit’, der Rück­kehr Europas nach Hause, zu seinen Wurzeln, zu seinen Quellen. Und in diesem Sinne sind die Russen, die auf dem Vierten Weg zu ihren [Quellen] zurück­keh­ren, kei­nes­falls Feinde, sondern auf­rich­tige und ver­läss­li­che Ver­bün­dete [Europas].“ (24)

Dugins Mehr­glei­sig­keit in dieser und anderen Fragen ist nicht nur sym­pto­ma­tisch, sondern Kern seines Reb­ran­dings seit der Jahr­hun­dert­wende. Wie auch der klas­si­sche Faschis­mus, ist Dugins Neo­fa­schis­mus nicht nur irra­tio­nal, sondern oft gera­dezu anti­ra­tio­nal. Bei der „Vierten Poli­ti­schen Theorie“ wird eine aus­drück­lich annon­cierte inhalt­li­che Unbe­stimmt­heit zur Methode. Dugin geht so weit, zu deklarieren:

Dieser Vierte Weg ist sogar denen nicht ganz ver­ständ­lich, die ihn ein­ge­schla­gen haben und die ent­schie­den beab­sich­ti­gen ihm zu folgen. Und wenn auch die Ziele, der Hori­zont und die Per­spek­ti­ven offen bleiben und sich darin die größten Über­ra­schun­gen ver­ber­gen mögen, so gründet und stützt sich doch solche Ent­schie­den­heit [den Vierten Weg] zu ver­fol­gen, auf ein schwer­wie­gen­des Argu­ment – eine kate­go­ri­sche Ableh­nung der exis­tie­ren­den Lage und abso­lute Über­zeugt­heit davon, dass Russ­land, Europa und die Welt eine fun­da­men­tale geis­tige, kul­tu­relle und poli­ti­sche Revo­lu­tion nötig hat. […] Wenn wir von der Vierten Poli­ti­schen Theorie spre­chen, dann ver­wei­sen wir weniger darauf, was sie ist, als darauf, was sie nicht ist. Das ist das Wich­tigste. Ihre Defi­ni­tion ist apo­pha­tisch [d. h. auf Ver­nei­nung gebaut].“ (25)

Dugin will bewusst nicht genau sagen, wohin der „Vierte Weg“ führt. Klar ist ledig­lich, dass es um etwas höchst Radi­ka­les geht, was nicht nur die libe­rale Epoche, sondern auch das, was nach ihr kommt, ablehnt.

Die Vierte Poli­ti­sche Theorie ist als Alter­na­tive zum Post­li­be­ra­lis­mus gedacht, aber nicht als eine ideelle Ein­stel­lung in Bezug auf eine andere ideelle Ein­stel­lung, sondern als Idee, die der Materie gegen­über­ge­stellt wird; als etwas Mög­li­ches, das in Kon­flikt mit der Wirk­lich­keit gerät; als etwas noch nicht exis­tie­ren­des, was einen Angriff auf das schon exis­tie­rende unter­nimmt. […] Die Vierte Poli­ti­sche Theorie – das ist das Projekt eines ‘Kreuz­zu­ges’ gegen: die Post­mo­derne, die Indus­trie­ge­sell­schaft, den sich in der Praxis rea­li­sie­ren­den libe­ra­len Gedan­ken, den Glo­ba­lis­mus sowie seine logis­ti­schen und tech­no­lo­gi­schen Grund­la­gen.“ (26)

Zur phi­lo­so­phi­schen Begrün­dung dieses mys­ti­schen Planes bemüht Dugin häufig Hei­deg­ger. Dabei belässt er in seinen rus­si­schen Texten gerne dessen zen­trale Begriffe, wie „Dasein“ oder „Ereig­nis“, im deut­schen Ori­gi­nal. In den Neun­zi­gern hatte Dugin bereits das Wort „End­kampf“ nicht nur aus­drück­lich affir­ma­tiv, sondern oft auch ohne Über­set­zung aus dem Deut­schen verwendet.

[I]m Zentrum der Vierten Poli­ti­schen Theorie, als ihr magne­ti­sches Zentrum, befin­det sich der Vektor einer Annä­he­rung an das Ereig­nis [hier in Deutsch und latei­ni­schen Buch­sta­ben – A.U.], in dem sich die tri­um­phale Rück­kehr des Daseins gerade in dem Augen­blick ver­wirk­licht, in welchem es die Mensch­heit end­gül­tig und unwie­der­bring­lich ver­gisst, ja derart, dass die letzten Spuren ver­schwin­den. […] Aber man kann schon im Voraus behaup­ten, dass die Vierte Poli­ti­sche Theorie, gegrün­det auf Ableh­nung des heu­ti­gen Status quo in seiner prak­ti­schen und theo­re­ti­schen Dimen­sion, in seiner rus­si­schen Ausgabe ori­en­tiert sein wird auf ein ‚rus­si­sches Ereig­nis‘ [hier in Deutsch und latei­ni­schen Buch­sta­ben – A. U.]. Auf jenes einzige und unwie­der­hol­bare ‚Ereig­nis‘ [hier in Rus­sisch – A. U.], auf welches viele Genera­tio­nen rus­si­scher Men­schen gehofft und gewar­tet haben, von den Anfän­gen unseres Volkes bis zum heu­ti­gen Beginn der Endzeit“. (27)

6. Dugin und Deutschland

Dieser Sprach­ge­brauch und etliche ähn­li­che State­ments Dugins deuten sein beson­de­res Inter­esse an Deutsch­land, ja eine Fas­zi­na­tion für deut­sche anti­li­be­rale Denk­modi an. Damit reiht sich der Rechts­ex­tre­mist in eine lange ger­ma­no­phile Tra­di­tion in Russ­land ein, deren Geschichte bis auf die intel­lek­tu­el­len Vor­läu­fer des moder­nen rus­si­schen Natio­na­lis­mus, das Sla­wo­phi­l­en­tum der ersten Hälfte des 19. Jahr­hun­derts, zurückgeht.

Wie auch für Dugin heute, waren für die Sla­wo­phi­len und die meisten ihnen fol­gen­den rus­si­schen Natio­na­lis­ten bestimmte deut­sche Denk­schu­len rich­tungs­wei­send. Dies gilt etwa für die Her­der­scher Volks­tums­idee, Jenaer Roman­tik, klas­si­sche deut­sche Phi­lo­so­phie, pseu­do­wis­sen­schaft­li­che Ras­sen­kunde, Kon­ser­va­tive Revo­lu­tion, Ideen der Gebrü­der Stras­ser oder heutige Iden­ti­täre Bewegung.

Die per­so­nel­len Ver­bin­dun­gen Dugins zu Deutsch­land sind vor diesem his­to­ri­schen Hin­ter­grund viel­fäl­tig. Zu den ersten deut­schen Inter­es­sen­ten an Dugin zählte der von Markus Fern­bach 2003 gegrün­dete rechts­ex­treme Regin-Verlag, welcher die erste und achte Ausgabe seiner Zeit­schrift „Junges Forum“ 2004 und 2008 dem rus­si­schen Neo­eu­ra­sis­mus widmete. 2013 inter­viewte der Publi­zist Jürgen Elsäs­ser Dugin für seine anti­li­be­rale Zeit­schrift „Compact“. (28)

Stolz berich­tet Dugin in der zitier­ten 2015er Ausgabe von „Der Vierte Weg“ über seine – in gebro­che­nem Deutsch auf Youtube ver­füg­bare (29) – Prä­sen­ta­tion der deut­schen Kurz­va­ri­ante des Bandes auf einer so genann­ten „Ideen­werk­statt“ der Bur­schen­schaft Normannia-Nibelungen:

Das Buch [,Die Vierte Poli­ti­sche Theorie‘] wurde im Oktober 2013 in der Stadt Bie­le­feld im Laufe eines wis­sen­schaft­li­chen Bil­dungs­sym­po­si­ums vor­ge­stellt, welches Europa und seinen Bezie­hun­gen zu anderen Ländern (ins­be­son­dere zu Russ­land, der ara­bi­schen Welt und so weiter) gewid­met war. Die deut­sche Hörer­schaft empfing diese Ideen mit großem Enthu­si­as­mus, da die Mehr­heit der Intel­lek­tu­el­len die Not­wen­dig­keit einer Alter­na­tive zum Angriff des Libe­ra­lis­mus in seinen extrems­ten Formen ver­steht, welche die Exis­tenz der euro­päi­schen (ins­be­son­dere) deut­schen Kultur, Familie und so weiter bedro­hen; und ande­rer­seits ist den Deut­schen, wie keinem anderen Volk Europas, klar, dass die tra­di­tio­nel­len Formen der anti­li­be­ra­len Ideo­lo­gie – sowohl der Kom­mu­nis­mus als auch der Nazis­mus – voll­kom­men inad­äquat und unef­fek­tiv sind; zumal Deutsch­land einen enormen Preis für Expe­ri­mente in diese beiden Rich­tun­gen (Nazi­deutsch­land und die DDR) gezahlt hat“. (S. 16–17)

Kon­stan­tin Mal­o­fe­jew, einer der wich­tigs­ten finan­zi­el­len För­de­rer sowohl Dugins als auch anderer heu­ti­ger rus­si­scher Ultra­na­tio­na­lis­ten, und seine „in der Schweiz basierte Sankt-Basi­lius der Große-Stif­tung über­nahm 2015 die Kosten für eine Reise [des AfD-Kovor­sit­zen­den Alex­an­der] Gauland zu einem Treffen mit Duma­a­b­ge­ord­ne­ten, dem Senator des För­de­ra­ti­ons­ra­tes [Russ­lands] Andrej Klimow sowie dem füh­ren­den neo­eu­ra­si­schen Ideo­lo­gen und eso­te­ri­schen Faschis­ten Alek­sandr Dugin in St. Peters­burg“. (30) Dugin wird Ein­fluss auf den Putin-Ver­trau­ten und ehe­ma­li­gen Prä­si­den­ten der staat­li­chen rus­si­schen Eisen­bahn­ge­sell­schaft Wla­di­mir Jakunin zuge­schrie­ben, (31) der 2016 gemein­sam mit dem frü­he­ren Chef des Mos­kauer Büros der Fried­rich-Ebert-Stif­tung Peter W. Schulze in Berlin den Think-Tank „Dialog der Zivi­li­sa­tio­nen“ grün­dete. (32)

Im deutsch­spra­chi­gen Raum ist Dugin beson­ders häufig in Wien präsent. (33) Hier trat er über Jahre mehr­fach bei Ver­an­stal­tun­gen aus dem Umfeld von Bur­schen­schaf­ten, FPÖ und der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung auf. Bei einem von Mal­o­fe­jews St-Blasius-Stif­tung orga­ni­sier­ten Kon­gress im Jahr 2014 wurde Dugin als Haupt­red­ner prä­sen­tiert. (34) Ver­sam­melte waren ver­schie­dene euro­päi­sche Rechts­po­pu­lis­ten und ‑extre­mis­ten, dar­un­ter der dama­lige FPÖ-Chef Karl-Heinz Strache oder Marion Maré­chal, Enkelin des Front Natio­nal-Grün­ders Jean-Marie Le Pen.

Der wich­tigste Ver­bin­dungs­mann Dugins in Deutsch­land ist seit 2013 Manuel Och­sen­rei­ter, ein der Rechts­extremismus­forschung schon lange bekann­ter neu­rech­ter Publi­zist und Redak­teur. Och­sen­rei­ter ist inzwi­schen in Polen auf­grund des Vor­wurfs ange­klagt, einen von pol­ni­schen Rechts­ex­tre­mis­ten 2018 orga­ni­sier­ten Brand­an­schla­ges in der Ukraine mit orga­ni­siert zu haben. Er war bis 2019 Ange­stell­ter der AfD-Bun­des­tags­frak­tion und zeit­weise enger Mit­ar­bei­ter des AfD-Jugend­funk­tio­närs, Ver­trau­ten von Alice Weidel und Abge­ord­ne­ten Markus Frohn­maier. Ein wei­te­rer von Dugin inspi­rier­ter AfD-Refe­rent ist Dimi­trios Kis­ou­dis, ehemals Assis­tent des frü­he­ren AfD-Abge­ord­ne­ten Marcus Pret­zell im Euro­päi­schen Par­la­ment und seit Novem­ber 2017 Mit­ar­bei­ter des AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Martin Hess.

Sowohl Och­sen­rei­ter als auch Frohn­maier ver­öf­fent­lich­ten wie­der­holt auf Mal­o­fe­jews und Dugins rechts­in­tel­lek­tu­el­ler Web­seite „Katechon“. (35) Als insti­tu­tio­nel­les Vehikel zur Trans­mis­sion Dug­in­scher Ideen nach Deutsch­land war offen­bar das von Frohn­maier, Och­sen­rei­ter und dem Thü­rin­ger AfD-Abge­ord­ne­ten Thomas Rudy 2016 gegrün­dete Deut­sche Zentrum für Eura­si­sche Studien gedacht. Aller­dings scheint der Verein seither kaum nen­nens­werte Akti­vi­tä­ten unter­nom­men zu haben und ist inzwi­schen womög­lich nicht mehr exis­tent. In einer Reihe von State­ments, so im März 2016 in dem Video­kom­men­tar „Wahlen in Deutsch­land: Ein Test für Merkel“ seiner Sendung „Die Direk­tive Dugins“ des natio­na­lis­ti­schen TV-Kanals „Cargrad“ (Zaren­stadt), machte Dugin aus seiner Sym­pa­thie für die AfD keinen Hehl. (36)

7. Die umstrit­tene Bedeu­tung Dugins

Dugins – via Och­sen­rei­ter oder Kis­ou­dis – indi­rek­ter Ein­fluss auf eine Frak­tion des Deut­schen Bun­des­ta­ges illus­triert, dass der neo­fa­schis­ti­sche Theo­re­ti­ker rele­vant bleibt. Wich­ti­ger als Dugins inter­na­tio­nale Wirkung ist jedoch seine fort­lau­fende Akti­vi­tät in der rus­si­schen Medien- und Wis­sen­schafts­land­schaft. Auch spielt er gele­gent­lich als Ideen­ge­ber des auto­ri­tä­ren Regimes Putins sowie als anti­west­li­cher Ideo­loge und Netz­wer­ker im Ausland eine Rolle. So gab Dugin im August 2008 den ent­schei­den­den Ter­mi­nus vor, (37) mit dem Russ­land seine mili­tä­ri­sche Inter­ven­tion in Geor­gien begrün­dete – ein angeb­li­cher „Genozid“ Tbi­li­sis an den Süd­os­se­ten. Dugin wird nach­ge­sagt, er habe auf­grund seiner exzel­len­ten Kon­takte in Ankara (38) nach dem tür­ki­schen Abschuss eines rus­si­schen Kampf­flug­zeugs über Syrien Ende 2015 bei der Aus­söh­nung Putins und Erdo­gans (39) Mitte 2016 eine Mitt­ler­rolle gespielt. Dugin genießt ins­be­son­dere im Iran, (40) aber auch in diver­sen anderen asia­ti­schen Staaten, erheb­li­che Hoch­ach­tung in bestimm­ten intel­lek­tu­el­len und poli­ti­schen Kreisen.

 

Wie weit reicht Dugins Einfluss?

Nichts­des­to­we­ni­ger sind Klas­si­fi­zie­run­gen Dugins als „Putins Hirn“ (41) oder „gefähr­lichs­ter Phi­lo­soph der Welt“, (42) wie man sie gele­gent­lich trifft, sowohl poli­tisch über­trie­ben als auch ideo­lo­gisch irre­füh­rend. Wie oben ange­deu­tet und aus­führ­lich von Anton Shek­hovt­sov (Uni­ver­si­tät Wien) in Reak­tion auf über­zo­gene Ein­schät­zun­gen von Dugins Ein­fluss dar­ge­legt, (43) wirken Dugins Ideen in Russ­land ledig­lich mit­tel­bar und nur während bestimm­ter poli­ti­scher Kon­junk­tu­ren sowie im Konzert mit anderen Fak­to­ren. Zwar lässt sich eine Kon­gru­enz zwi­schen Putins „Neurussland“-Idee und Dugins Plänen für die Süd- und Ost­ukraine oder auch zwi­schen Russ­lands Unter­stüt­zung der bri­ti­schen Bre­x­it­be­we­gung und Dugins frühe Idee einer Los­lö­sung des Ver­ei­nig­ten König­reichs von der EU in seinem Opus Magnum „Grund­la­gen der Geo­po­li­tik“ von 1997 erken­nen. (44) Aller­dings handelt es sich hier – ähnlich wie bei der Adap­tion des von Dugin seit den Neun­zi­gern pro­pa­gier­ten „Eurasien“-Begriffs durch Putin 2011 (45) – allen­falls um Kor­re­la­tio­nen, nicht aber um ein­deu­tige Kausalitätsbeziehungen.

Eher lässt sich, nach einer Beob­ach­tung Sergej Sum­len­nys (Hein­rich-Böll-Stif­tung Kiyv), ein Zusam­men­hang zwi­schen den frühen Ideen des schil­lern­den ultra­na­tio­na­lis­ti­schen Schrift­stel­lers Maksim Kalasch­ni­kow (alias Wla­di­mir Kut­sche­renko) und den jüngs­ten Tak­ti­ken des Kremls her­stel­len. Wie von Kalasch­ni­kow in solchen Büchern wie „Die Schlacht um den Himmel“ (2000) oder „Vor­wärts zur UdSSR‑2“ (2003) lange zuvor pro­pa­giert, unter­stützt Moskau heute unge­schminkt diverse Sepa­ra­ti­ons­be­we­gun­gen, Rechts­po­pu­lis­ten und extre­mis­ti­sche Kräfte in west­li­chen und pro­west­li­chen Staaten. Wie von Kalasch­ni­kow einst vor­ge­schla­gen, nutzt der Kreml immer skru­pel­lo­ser neue Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gien, elek­tro­ni­sche Medien,  Hacker, soziale Netz­werke,  irre­gu­läre Milizen und ver­deckte Agenten, um libe­rale Gesell­schaf­ten zu destabilisieren.

Neben Kalasch­ni­kow und Dugin agieren seit dem Zusam­men­bruch der Sowjet­union weit­ge­hend unge­hin­dert dut­zende ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sche Gruppen auf dem rus­si­schen Medien- und Buch­markt. Die „Neo­eu­ra­sier“ sind ledig­lich ein Teil einer weit grö­ße­ren, hoch­ak­ti­ven „unzi­vi­len Gesell­schaft“ im heu­ti­gen Russ­land. Dugin agiert im Kontext der umfang­rei­chen Text‑, Audio- und Video­pro­duk­tion zahl­rei­cher anti­li­be­ra­ler Gruppen stärker auf der ideo­lo­gi­schen Meta- als auf der poli­ti­schen Pra­xis­ebene. Er spielt eher eine Vor­rei­ter- als Füh­rungs­rolle. Die 1968 ent­stan­dene Neue Euro­päi­sche Rechte ist mit ihrem Projekt der Erlan­gung einer „kul­tu­rel­len Hege­mo­nie“ in West­eu­ropa bislang weit­ge­hend geschei­tert. Dagegen ist es Dugin und hun­der­ten ähn­li­chen post­so­wje­ti­schen Agi­ta­to­ren seit 1991 gelun­gen, das poli­ti­sche und intel­lek­tu­elle Zentrum Russ­lands nach­hal­tig nach rechts zu verschieben.

Andreas Umland (Lin­kedIn) ist Non­re­si­dent Fellow am Zentrum für Euro­päi­sche Sicher­heit des Insti­tuts für Inter­na­tio­nale Bezie­hun­gen Prag, Lehr­be­auf­trag­ter an der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena, DAAD-Kurz­zeit­do­zent an der Kyjiwer Mohyla-Aka­de­mie sowie Redak­teur der Buch­reihe „Soviet and Post-Soviet Poli­tics and Society“ des ibidem-Verlags Stutt­gart. Irina Scht­scher­ba­kowa (Berlin), Leonid Luks (Eich­stätt), Sergej Sum­lenny (Kyjiw) und Volker Weiss (Hamburg) lie­fer­ten wert­volle Kom­men­tare zu einer frü­he­ren Version dieses Textes.


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    Ebd., S. 61–66.
  23. Alek­sandr Dugin: Der Vierte Weg: Ein­füh­rung in die Vierte Poli­ti­sche Theorie. Moskau 2019, S. 15.
  24. Ebd., S. 19–20.
  25. Ebd., S. 18 & 21.
  26. Ebd., S. 32–33, Kursiv und Anfüh­rungs­zei­chen im Original.
  27. Ebd., S. 39 & 41, Kursiv und Anfüh­rungs­zei­chen im Ori­gi­nal, Unter­strei­chun­gen von mir.
  28. https://www.boell.de/de/2014/07/24/juergen-elsaesser-und-das-antiamerikanische-ressentiment
  29. https://www.youtube.com/watch?v=lU68MIZxoeI&t=2930s
  30. https://www.politicalcapital.hu/pc-admin/source/documents/Laruelle_Rivera_Collusion_or_Homegrown_Collaboration.pdf, S. 10.
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