Personen

Die hier hervorgehobenen Essays zu den antiliberalen Vordenkern sind bereits verfügbar, die weiteren werden in den kommenden Monaten schrittweise vervollständigt.

Alain de Benoist

„Nouvelle Droite“ – Antikapitalismus von rechts

Der Franzose Alain de Benoist (*1943) gilt als führender Kopf der „Nouvelle Droite“. Er versteht sich als Theoretiker einer Neuen Rechten, die anti-egalitär, anti-liberal, anti-kapitalistisch und anti-westlich orientiert ist. Öffentlich bekannt wurde der Pariser Publizist mit der Gründung des ultrarechten Think Tank GRECE im Jahr 1968. Benoist versteht sich als Theoretiker einer Neuen Rechten, die anti-egalitär, anti-liberal, anti-kapitalistisch und anti-westlich orientiert ist.

Arnold Gehlen

Kalter Blick in die „Wärmestuben des Liberalismus“

Seit rund einem Jahrzehnt tauchen die Begrifflichkeiten Arnold Gehlens in den Versatzkästen neurechter Theorie auf. Mit seinem Werk „Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt“ (1940) legte er eine konservativ grundierte und autoritär flankierte philosophische Anthropologie vor. In den sechziger Jahren profilierte sich Gehlen als konservativer Widersacher der Kritischen Theorie vor allem Adornos und liberaler Gesellschaftstheorien.

Martin Heidegger

Vom wahren Sein zur Volksgemeinschaft

Geschick, Gemeinschaft, Volk – die Identitäre Bewegung greift Heideggers Schlüsselbegriffe gerne auf. Auch Alexander Dugin, einer der Chefideologen der europäischen Rechten im Dunstkreis des Kremls, beruft sich auf Heidegger. Was macht Heideggers Denken so attraktiv für die antidemokratische Rechte? Rechte Intellektuelle beziehen sich gerne auf dessen frühes Jahrhundertwerk, das 1927 erschienene, als Markstein der Existenzphilosophie geltende Buch „Sein und Zeit“. Es kann als Inbegriff einer völkischen Philosophie gelten.

Sigrid Hunke

und weitere antiliberale Vordenkerinnen

Antiliberale Vordenkerinnen versuchten in den zwanziger Jahren Antworten auf die „Frauenfrage“ und damit auf eine Herausforderung der liberalen Moderne zu geben. Sind Männer und Frauen gleich und haben deshalb die gleichen Rechte? Während Anti­feministinnen die politische Gleichberechtigung von Frauen ablehnten, wollten völkische Frauenrechtlerinnen vermeintliche Unterschiede der Geschlechter für eine antidemokratische Politik nutzen.

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Ernst Jünger

Soldatentum und Nationalismus

In der Geschichte des antiliberalen, moderne-kritischen Denkens nimmt der hochdekorierte Offizier und vielfach geehrte Schriftsteller, Publizist und Insektenforscher Ernst Jünger (1895–1998) einen besonderen Platz ein. Seine scharfe Ablehnung von Idee und Wirklichkeit einer liberalen Demokratie, seine Verehrung des Soldatischen und des Elitären, seine Haltung kalter Beobachtung und Verachtung alles Gesellschaftlich-Politischen blieb für ihn sein Leben lang bestimmend.

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Arthur Moeller van den Bruck

Der Prophet des „Dritten Reichs“

Der Kulturkritiker Arthur Moeller van den Bruck war lange nahezu vergessen. Dabei zählte er zu den schillerndsten Autoren des Weimarer Radikalnationalismus. Die Wiederbelebung des Theoriekanons der Zwischenkriegszeit durch die heutige Neue Rechte hat auch ihn wieder in den Fokus gerückt.

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Sayyid Qutb

Ein „Klassiker“ der islamistischen Ideologie

Der Ägypter Sayyid Qutb (1906-1966) gilt als „Chefideologe“ der Muslimbruderschaft und „Klassiker“ der islamistischen Bewegung, die vor allem in seinem Buch „Wegzeichen“ ein Manifest für ihr Selbstverständnis in Ideologie und Strategie sah und sieht. Der Blick auf seine Positionen macht deutlich, dass er als ein entschiedener Feind der modernen Demokratie und pluralistischen Gesellschaft gelten kann. Die Gottessouveränität sollte über die Menschensouveränität gestellt werden. So etwas würde auf eine Diktatur von „Rechtsgelehrten“ hinauslaufen.

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Carl Schmitt

Antiliberalismus, identitäre Demokratie und Weimarer Schwäche

Der Staatsrechtler Carl Schmitt (1888-1985) bleibt bis heute eine hoch umstrittene und schillernde Figur, ein gefährlicher Geist, dessen Gedankengut vor allem antiliberale Feuerköpfe stimulierte. Gleichzeitig hatte seine Verfassungslehre wesentlichen Einfluss auf den Entstehungsprozess des Grundgesetzes. Das konstruktive Misstrauensvotum, die Ewigkeitsklausel für bestimmte Verfassungsartikel und die Konzeption einer wehrhaften Demokratie stehen mit seiner Kritik an der Weimarer Reichsverfassung in Verbindung.

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Armin Mohler

Jünger-Schüler, Netzwerker und selbsterklärter Faschist

Armin Mohler war einer der einflussreichsten Vordenker und Netzwerker der extremen Neuen Rechten in Deutschland. Im rechten Münchner Milieu gelangen ihm beachtliche Karrieresprünge. Sein Ziel indes, durch Einflussnahme auf den rechtskonservativen Franz-Josef Strauß in den 60er Jahren und auf den rechtsextremen Franz Schönhuber und seiner „republikanischen“ Partei in den 80er Jahren, eine einflussreiche Partei rechts der Konservativen zu etablieren, erreichte er Zeit seines Lebens nicht.

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Thomas Mann

Vom unpolitischen Betrachter zum „Wanderredner der Demokratie“

Gern werden Autor und Werk der später so genannten „Konservativen Revolution“ zugerechnet, und tatsächlich hat Thomas Mann mit dem 600-seitigen literarisch-politischen Manifest “Betrachtungen eines Unpolitischen” zunächst in antiliberalen Kreisen für entschiedenen Applaus gesorgt; binnen weniger Jahre sollte sich das freilich grundlegend ändern, denn mit der Rede von Deutscher Republik (1922) wurde er zum entschiedenen Befürworter der einst gescholtenen Demokratie. Dieser gelegentlich sogar als Konversion karikierte Gesinnungswandel stimuliert bis heute die Vorbehalte gegenüber dem „unwissenden Magier“.

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