Kul­tur­pes­si­mis­mus

Die west­li­che Gesell­schaft befinde sich in ihrem End­sta­dium, heißt es oft in Anleh­nung an Oswald Speng­ler. Sie gehe an ihrer Deka­denz zugrunde. Überall finden sich Zeichen von Verfall und Selbst­auf­lö­sung. Es gelten keine Werte mehr. Wir haben unsere Selbst­ach­tung ver­lo­ren. Es gebe nichts mehr, für das zu sterben oder auch nur ein­zu­tre­ten sich lohnen würde. Der per­ma­nente Tabu­bruch ist der Norm­zu­stand. Er müsse immer weiter auf die Spitze getrie­ben werden, um noch eine Regung zu erzeu­gen. Alles sei erlaubt. Alles sei erschlafft. Es gebe keine Ori­en­tie­rung, keine ord­nende Kraft mehr. Die Men­schen sind ver­ein­zelt und einsam. Es fehlt die Gemein­schaft, die dem Indi­vi­duum Halt gibt. Die kom­mer­zi­elle, tra­di­ti­ons­ver­ges­sene, indi­vi­dua­lis­ti­sche Gesell­schaft kann keine Iden­ti­tät mehr bieten. Sie ist schwach und dem Unter­gang geweiht. Neue, vitale Mächte seien im Auf­stieg begrif­fen. Sie werden unserer ober­fläch­li­chen Zivi­li­sa­tion – die alle Merk­male einer echten Kultur ver­lo­ren hat – den ver­dien­ten Todes­stoß versetzen.

Jörg Meu­thens Vor­schlag zur Spal­tung der AfD offen­bart Trenn­li­nien, die schon länger inner­halb der Neuen Rechten nach­weis­bar sind. Auch wenn die ver­schie­de­nen Lager getrennt mar­schie­ren, stehen sie weiter bereit, die...

Der schil­lernde rechts­ex­treme Theo­re­ti­ker Alek­sandr Dugin, 1962 in Moskau geboren, ist heute nicht nur den meisten Nationalismus­forschern rund um die Welt ein Begriff. Dugin hat in den ver­gan­ge­nen Jahren erheb­li­che internationale...

Im Deu­t­­sch­­­land-kri­­­ti­­­schen Polen erfährt Carl Schmitt eine merk­wür­dige Renais­sance. Die Vor­be­halte gegen eine libe­rale Moderne sind auch Folge einer Moder­ni­sie­rungs­po­li­tik, die die Ent­wick­lung zivil­ge­sell­schaft­li­cher Ele­mente vernachlässigte.

Die Grund­an­nahme lautet: Das Leben könne nur in Gegen­sät­zen Kraft ent­fal­ten und pro­duk­tiv sein. Ein Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen zwei Polen sei nötig, um daraus Antrieb zu schöp­fen. Nur in der Abgrenzung...