Kul­tur­pes­si­mis­mus

Die west­li­che Gesell­schaft befinde sich in ihrem End­sta­dium, heißt es oft in Anleh­nung an Oswald Speng­ler. Sie gehe an ihrer Deka­denz zugrunde. Überall finden sich Zeichen von Verfall und Selbst­auf­lö­sung. Es gelten keine Werte mehr. Wir haben unsere Selbst­ach­tung ver­lo­ren. Es gebe nichts mehr, für das zu sterben oder auch nur ein­zu­tre­ten sich lohnen würde. Der per­ma­nente Tabu­bruch ist der Norm­zu­stand. Er müsse immer weiter auf die Spitze getrie­ben werden, um noch eine Regung zu erzeu­gen. Alles sei erlaubt. Alles sei erschlafft. Es gebe keine Ori­en­tie­rung, keine ord­nende Kraft mehr. Die Men­schen sind ver­ein­zelt und einsam. Es fehlt die Gemein­schaft, die dem Indi­vi­duum Halt gibt. Die kom­mer­zi­elle, tra­di­ti­ons­ver­ges­sene, indi­vi­dua­lis­ti­sche Gesell­schaft kann keine Iden­ti­tät mehr bieten. Sie ist schwach und dem Unter­gang geweiht. Neue, vitale Mächte seien im Auf­stieg begrif­fen. Sie werden unserer ober­fläch­li­chen Zivi­li­sa­tion – die alle Merk­male einer echten Kultur ver­lo­ren hat – den ver­dien­ten Todes­stoß versetzen.

Das Welt­bild des Atten­tä­ters von Christ­church erin­nert in vielem an die Neue Rechte. Doch das ist nicht der einzige ernst zu neh­mende Einfluss.

Wie viel Nor­ma­ti­vi­tät braucht Politik im Umgang mit Rechts­po­pu­lis­mus? Anmer­kun­gen zu: Cor­ne­lia Kop­petsch: Die Gesell­schaft des Zorns.

Chris­toph Becker (Zentrum Libe­rale Moderne) sprach mit Katha­rina Nocun und Jonas Fedders über die Corona-Proteste 

Am 6. Dezem­ber 2018 fand im Tier­ana­to­mi­schen Theater, Berlin, die Auf­takt­ver­an­stal­tung des LibMod-Pro­­­­­jekts „Die libe­rale Demo­kra­tie und ihre Gegner“ statt. Im Rahmen des Pro­jekts werden die ideen­ge­schicht­li­chen Vor­läu­fer der aktu­el­len antiliberalen...