Kul­tur­pes­si­mis­mus

Die west­li­che Gesell­schaft befinde sich in ihrem End­sta­dium, heißt es oft in Anleh­nung an Oswald Speng­ler. Sie gehe an ihrer Deka­denz zugrunde. Überall finden sich Zeichen von Verfall und Selbst­auf­lö­sung. Es gelten keine Werte mehr. Wir haben unsere Selbst­ach­tung ver­lo­ren. Es gebe nichts mehr, für das zu sterben oder auch nur ein­zu­tre­ten sich lohnen würde. Der per­ma­nente Tabu­bruch ist der Norm­zu­stand. Er müsse immer weiter auf die Spitze getrie­ben werden, um noch eine Regung zu erzeu­gen. Alles sei erlaubt. Alles sei erschlafft. Es gebe keine Ori­en­tie­rung, keine ord­nende Kraft mehr. Die Men­schen sind ver­ein­zelt und einsam. Es fehlt die Gemein­schaft, die dem Indi­vi­duum Halt gibt. Die kom­mer­zi­elle, tra­di­ti­ons­ver­ges­sene, indi­vi­dua­lis­ti­sche Gesell­schaft kann keine Iden­ti­tät mehr bieten. Sie ist schwach und dem Unter­gang geweiht. Neue, vitale Mächte seien im Auf­stieg begrif­fen. Sie werden unserer ober­fläch­li­chen Zivi­li­sa­tion – die alle Merk­male einer echten Kultur ver­lo­ren hat – den ver­dien­ten Todes­stoß versetzen.

Die Argu­men­ta­tion läuft so: Die kos­mo­po­li­ti­schen, volks­frem­den Eliten seien eine Min­der­heit, die sich an den ent­schei­den­den Macht­po­si­tio­nen fest­ge­setzt hat: Regie­rung, Par­la­ment, Medien, Ver­wal­tung. Sie kon­trol­lier­ten und domi­nie­ren das öffent­li­che Leben...

Seit Jahren knüpft der rus­si­sche Phi­lo­soph Alex­an­der Dugin anti­west­li­che Netz­werke mit ira­ni­schen Geist­li­chen. Hierbei beruft er sich auf Carl Schmitt und Martin Hei­deg­ger als anti­mo­derne Vor­den­ker. Sein Ziel ist der ideologische...

Zwi­schen Lan­ge­weile und Nor­ma­li­sie­rung: Neu­rechte Verlage auf der Frank­fur­ter Buchmesse

Für die Neue Rechte beginnt Politik nicht erst in den Par­la­men­ten: Sie will im „vor­po­li­ti­schen Raum“ wirken und bezeich­net diesen Ansatz als „Meta­po­li­tik“. Was bedeu­tet dieser Begriff?