QAnon auf Telegram

In Deutsch­land gibt es die größte nicht-eng­lisch­spra­chige QAnon-Gemeinde, die sich um in den USA ver­brei­tete Ver­schwö­rungs­my­then sammelt. Die Tele­gram-Gruppe Qlobal-Change ist mit knapp 150.000 Abon­nen­ten der größte QAnon-Kanal. Auch weitere Kanäle stehen dem QAnon-Nar­ra­tiv nahe. So etwa der Tele­gram-Kanal Fakten Frieden Frei­heit (gut 110.000 Abon­nen­tin­nen). Beide Gruppen ver­öf­fent­li­chen täglich ideo­lo­gisch stark ein­ge­färbte eigene Videos und Podcasts.

Das pro­mi­nen­teste Thema beider Kanäle ist die Corona-Politik der west­li­chen Länder. In vielen Bei­trä­gen wird die Exis­tenz des Virus abge­strit­ten, häufig geraten ein­zelne Viro­lo­gen und Poli­ti­ke­rin­nen ins Visier der Posts. Bei­spiels­weise wird der bri­ti­sche Viro­loge Neil Fer­gu­son in einem Beitrag als „Schande“ und als „Lügner“ bezeich­net, wenn er vor der Gefähr­lich­keit des Virus’ warnt. In einer Meldung wird dem ehe­ma­li­gen bri­ti­schen Gesund­heits­mi­nis­ter Matt Hancock und dem Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten Luke Evans ein „Genozid“ an älteren Men­schen vor­ge­wor­fen – die beiden hätten ver­an­lasst, dass während des ersten Lock­downs in Groß­bri­tan­nien hos­pi­ta­li­sier­ten Covid-Erkrank­ten, die später ver­star­ben, mit Mida­zo­lam ein Arz­nei­stoff ver­ab­reicht worden sei, der für ihren Tod ver­ant­wort­lich wäre. In anderen Mel­dun­gen wird vor einem angeb­li­chen „Impf­zwang“ als Teil eines glo­ba­len „Great Reset“ gewarnt. Zudem wird regel­mä­ßig an rechte Dis­kurse ange­knüpft – etwa wenn auf Qlobal-Change der Frei­spruch Kyle Rit­ten­house’ ein Sieg gegen eine „linke(n) Vor­macht“ genannt wird. Rit­ten­house hatte 2020 auf einem Black-Lives-Matter-Protest in den USA zwei Demons­trie­rende erschos­sen und gilt seither als Gali­ons­fi­gur der extre­men Rechten. KW

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