Fall­stu­die:

Vom Auf­klä­rungs- zum Querfront-Medium?

Die Nach­denk­sei­ten als Träger von Ideo­lo­gie, Schar­nier für Verschwörungstheorien
und Agenda-Setzer der radi­ka­len Systemopposition

von Markus Linden
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Wie diese Unter­su­chung zeigt, handelt es sich bei den Nach­denk­sei­ten um ein stark ideo­lo­gi­sier­tes, undif­fe­ren­ziert argu­men­tie­ren­des Medium, das radi­kale Wider­stän­dig­keit pos­tu­liert und als Schar­nier für ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sches Denken fun­giert. Bei ein­zel­nen Themen (fun­da­men­tale Medien- und Poli­tik­kri­tik, Ver­tre­tung der Posi­tion des dik­ta­to­ri­schen Putin-Regimes, US- und Nato-Bashing, Corona) reiht man sich dabei bewusst in eine fun­da­men­tal­op­po­si­tio­nelle Quer­front ein. Man folgt einer Destruk­ti­ons­lo­gik, die als kri­ti­sche Dekon­struk­tion aus­ge­ge­ben wird.
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Die Nach­denk­sei­ten bleiben dabei aber poli­tisch klas­sisch links ver­ort­bar, etwa was die Abgren­zung zur Frem­den­feind­lich­keit und die Wirt­schafts­po­li­tik betrifft. Sie ver­brei­ten die Ideo­lo­gie in der Regel auch nicht mit direk­ten „Fake News“, sondern mittels einer auf Halb­wahr­hei­ten und instru­men­tel­ler Pau­schal­kri­tik fußen­den Metho­dik. Im Verbund mit anderen „Alter­na­tiv­me­dien“ betrei­ben die Nach­denk­sei­ten vor­wie­gend das, was sie vor­ge­ben zu kri­ti­sie­ren: ein­sei­tige Meinungsmache.

1. Ein­lei­tung: die Nach­denk­sei­ten

Im August 2015 sorgte eine Studie der Otto-Brenner-Stif­tung mit dem pro­vo­zie­ren­den Titel „Quer­front – Kar­riere eines poli­tisch-publi­zis­ti­schen Netz­werks“ für Auf­se­hen. (1) Der Autor, Wolf­gang Storz, skiz­zierte ein neu ent­stan­de­nes Feld einer radi­kal­op­po­si­tio­nel­len, „alter­na­ti­ven“ Medi­en­land­schaft, das sich seines Erach­tens nicht auf klas­si­sche Ori­en­tie­rungs­be­griffe wie „rechts“ oder „links“ bringen ließ, sondern über ideo­lo­gi­sche Grenzen hinweg agiere. Ähn­li­che Beob­ach­tun­gen über die neue Rele­vanz des­in­te­gra­tiv-ver­schwö­rungs­theo­re­ti­scher „Alter­na­tiv­me­dien“ hatten auch schon andere Autoren gemacht. (2) Storz geriet aber beson­ders in die Kritik, weil er den mit der End­phase der Weimar Repu­blik ver­bun­de­nen Quer­front­be­griff anwandte. Außer­dem erwähnte er in seiner Analyse ein Online­por­tal, das vor allem in linken Kreisen einst­mals einen guten Ruf besaß – und teil­weise immer noch besitzt: die Nach­denk­sei­ten (www.nachdenkseiten.de).

Albrecht Müller, ehemals Mit­ar­bei­ter der SPD-Kanzler Willy Brandt bzw. Helmut Schmidt und später pri­mä­rer Macher der Nach­denk­sei­ten, sah die Studie als „Teil einer Kam­pa­gne (…), die gegen jene läuft, die für Gegen­öf­fent­lich­keit stehen.“ Es ginge um eine neo­li­be­ral inten­dierte „Lähmung und Auf­spal­tung des linken Spek­trums“. (3) Einige von Storz genannte Akteure einer neuen Quer­front, ins­be­son­dere der Schwei­zer His­to­ri­ker Daniele Ganser und der Medi­en­ma­cher Ken Jebsen (KenFM, jetzt Apolut) – beide derzeit präsent im Kontext von Coro­na­ver­harm­lo­sung und Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen rund um die Pan­de­mie –, wurden von Müller in Schutz genom­men. (4)

Analog dazu argu­men­tier­ten andere, mit dem Quer­front­be­griff und seiner angeb­lich man­gel­haf­ten Begrün­dung sei eine eigene Ver­schwö­rungs­theo­rie zur Dif­fa­mie­rung von kritik- und wahr­heits­ori­en­tier­ten Medien kreiert worden. (5) Auf­fäl­lig war jedoch, dass eta­blierte linke Medien wie die Tages­zei­tun­gen taz und Frank­fur­ter Rund­schau die Arbeit der (ehemals „ver­dienst­vol­len“ und heute „Gegen­pro­pa­ganda“ betrei­ben­den) (6) Nach­denk­sei­ten nicht in Schutz nahmen. Das hatte wie­derum ableh­nende Lese­rIn­nen­re­ak­tio­nen zur Folge, (7) denn schließ­lich han­delte es sich laut einem taz-Artikel um „eine[n] der wich­tigs­ten Blogs für linke Gewerk­schaf­ter oder Attac-Mit­glie­der“. (8)

Die vor­lie­gende Fall­stu­die beleuch­tet das Portal deshalb in Bezug auf die Frage, wo im Span­nungs­feld zwi­schen kri­tisch-inte­gra­ti­vem Auf­klä­rungs- und radi­ka­li­siert-des­in­te­gra­ti­vem Quer­front­me­dium die Nach­denk­sei­ten zu ver­or­ten sind.

In den Zeiten der Coro­na­maß­nah­men­pro­teste ist die Quer­front­dia­gnose aus guten Gründen wieder en vogue. Schon die sprach­li­che Par­al­lele zu den soge­nann­ten „Quer­den­kern“, die gerne eine angeb­li­che ideo­lo­gi­sche Unge­bun­den­heit zur Schau stellen, zeugt von mög­li­chen inhalt­li­chen Schnitt­men­gen. (9) Im siebten Jahr nach Storz‘ Studie haben auch die Nach­denk­sei­ten ihre Stel­lung als aus­dif­fe­ren­zier­tes Medi­en­por­tal mit Blog, Medi­en­schau, Audio- und Video­an­ge­bo­ten sowie dazu­ge­hö­ri­gem Buch­an­ge­bot aus­ge­baut. Die Macher berich­ten von durch­schnitt­lich 150.000 täg­li­chen Nut­ze­rIn­nen (10) und haben rund 100.000 Fol­lower auf Face­book. Die vor­lie­gende Fall­stu­die beleuch­tet das Portal deshalb in Bezug auf die Frage, wo im Span­nungs­feld zwi­schen kri­tisch-inte­gra­ti­vem Auf­klä­rungs- und radi­ka­li­siert-des­in­te­gra­ti­vem Quer­front­me­dium die Nach­denk­sei­ten zu ver­or­ten sind. Dazu werden die Geschichte und Ent­wick­lung (2), die Stel­lung inner­halb der „alter­na­ti­ven“ Medi­en­land­schaft (3) sowie die Inhalte, Metho­den und Argu­men­ta­ti­ons­wei­sen (4) in den Blick genommen.

Schar­nier für ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sches Denken

Im Ergeb­nis zeigt sich, dass es sich bei den Nach­denk­sei­ten um ein stark ideo­lo­gi­sier­tes, undif­fe­ren­ziert argu­men­tie­ren­des, radi­kale Wider­stän­dig­keit pos­tu­lie­ren­des und als Schar­nier für ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sches Denken fun­gie­ren­des Medium handelt. Bei ein­zel­nen Themen (fun­da­men­tale Medien- und Poli­tik­kri­tik, Ver­tre­tung der Posi­tion des dik­ta­to­ri­schen Putin-Regimes, US- und Nato-Bashing, Corona) reiht man sich dabei bewusst in eine fun­da­men­tal­op­po­si­tio­nelle Quer­front ein. Quer­front bezeich­net hier ein Feld radi­ka­ler Sys­tem­ab­leh­nung, in dem sich rechts­ra­di­kale, links­ra­di­kale und ander­wei­tig ableh­nungs­ideo­lo­gisch gesinnte Akteu­rIn­nen publi­zis­tisch, orga­ni­sa­to­risch und vor allem argu­men­ta­tiv zusam­men­tun, um die Grund­la­gen des poli­ti­schen Systems und seine Insti­tu­tio­nen mittels einer oft an realen Pro­ble­men anset­zen­den, aber dann stark über­zeich­ne­ten Kritik zu delegitimieren.

Man folgt einer Destruk­ti­ons­lo­gik, die als kri­ti­sche Dekon­struk­tion aus­ge­ge­ben wird. Die Nach­denk­sei­ten bleiben dabei aber poli­tisch klas­sisch links ver­ort­bar, etwa was die Abgren­zung zur Frem­den­feind­lich­keit und die Wirt­schafts­po­li­tik betrifft. Sie ver­brei­ten die Ideo­lo­gie in der Regel auch nicht mit direk­ten „Fake News“, sondern mittels einer auf Halb­wahr­hei­ten und instru­men­tel­ler Pau­schal­kri­tik fußen­den Metho­dik. Jour­na­lis­ti­sche Grund­an­sprü­che werden dabei ver­fehlt. Der beob­acht­bare Radi­ka­li­sie­rungs­pro­zess hat vom einst­mals vor­han­de­nen auf­klä­re­ri­schen Anspruch kaum etwas Greif­ba­res übrig­ge­las­sen. Im Verbund mit anderen „Alter­na­tiv­me­dien“ betrei­ben die Nach­denk­sei­ten vor­wie­gend das, was sie vor­ge­ben zu kri­ti­sie­ren: ein­sei­tige Meinungsmache.
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2. Geschichte und Entwicklung

Die Nach­denk­sei­ten sind eine publi­zis­ti­sche Reak­tion auf die wirt­schaft­li­che Reform­agenda unter der Kanz­ler­schaft Gerhard Schrö­ders. Albrecht Müller (11), ein stu­dier­ter Volks­wirt, der nach lei­ten­der Tätig­keit in der SPD-Öffent­lich­keits­ar­beit und im Kanz­ler­amt (bis 1982) von 1987 bis 1994 für die SPD im Bun­des­tag saß, hatte sich seit Beginn der Amts­zeit Schrö­ders kri­tisch mit dessen Regie­rungs­stil und dem Wandel des Regie­rungs­sys­tems aus­ein­an­der­ge­setzt. Zu Beginn domi­nierte dabei die Kritik an der seines Erach­tens wenig auf­klä­re­ri­schen „Medi­en­de­mo­kra­tie“ (12), für die der „Medi­en­kanz­ler“ Schrö­der wie kein zweiter stand. Müller, der die Person und die Reform­agenda Willy Brandts bewun­dert, (13) hatte sich schon in den 1990er Jahren kri­tisch über die SPD-Zustim­mung zum Aus­lands­ein­satz in Somalia und zur Aus­wei­tung poli­zei­li­cher Über­wa­chungs­mög­lich­kei­ten geäu­ßert. (14)
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Grün­dung: Reak­tion auf „Agenda 2010“

Müllers tat­säch­li­che Ent­frem­dung von der Partei setzte aber mit der „Agenda 2010“ im Jahr 2003 ein. Er bezeich­nete die Refor­men schon in der Pla­nungs­phase als Ergeb­nis eines „kol­lek­ti­ven Wahns“, für dessen Erzeu­gung neo­li­be­rale „Ideo­lo­gen und Inter­es­sen­ver­tre­ter“ im Verbund mit Leit­me­dien ver­ant­wort­lich seien. (15) Er avan­ciert zu einem der zen­tra­len publi­zis­ti­schen Agenda-Kri­ti­ker, auf den sich auch sein Freund (16) Oskar Lafon­taine im Zuge der Ent­wick­lun­gen hin zur neuen Links­par­tei bezog. (17) Im Zentrum der Argu­men­ta­tion Müllers standen dabei eine keyne­sia­ni­sche Wirt­schafts­auf­fas­sung, die Kritik am Diktum der Alter­na­tiv­lo­sig­keit (18) sowie eine PR- und lob­by­kri­ti­sche Posi­tio­nie­rung, die in seinen dar­auf­fol­gen­den Buch­pu­bli­ka­tio­nen der begin­nen­den 2000er zu einer immer pau­scha­le­ren Medien- und Eli­ten­kri­tik aus­ge­baut wurde. (19)

Den Blog Nach­denk­sei­ten grün­dete Müller Ende 2003 zusam­men mit Wolf­gang Lieb, einem ehe­ma­li­gen Spre­cher der nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­re­gie­rung von Johan­nes Rau. Lieb und Müller kannten sich schon aus ihrer gemein­sa­men Zeit im Kanz­ler­amt. (20) Die Nach­denk­sei­ten waren, wie schon der erste Eintrag vom 30.11.2003 zeigt, (21) eine direkte Reak­tion auf die vom Arbeit­ge­ber­ver­band Gesamt­me­tall initi­ierte Arbeit des finanz­star­ken Kam­pa­gnen-Think-Tanks Initia­tive Neue Soziale Markt­wirt­schaft (INSM). (22) Seit der Grün­dung im Jahr 2000 setzt sich die INSM für wirt­schafts­li­be­rale Refor­men in Deutsch­land ein. Müller wollte nach eigener Aussage zunächst ein gewerk­schaft­li­ches Gegen­pro­jekt initi­ie­ren, fand dafür aber keine Unter­stüt­zung. (23)

Die Nach­denk­sei­ten wandeln zu dieser Zeit zwi­schen legi­ti­mer Kritik und Über­zeich­nung. Wolf­gang Lieb spricht etwa in Bezug auf einen Links­par­tei-kri­ti­schen Fern­seh­bei­trag, dessen dazu­ge­hö­rige Analyse von einem Nach­denk­sei­ten-Leser stammt, von „Mario­net­ten-Jour­na­lis­mus“ und einer „geball­ten Meinungsphalanx“.

Von Anfang an waren die Nach­denk­sei­ten von den Medi­en­pro­fis Lieb und Müller als umfas­sende Infor­ma­ti­ons- und Mei­nungs­bil­dungs­platt­form ange­legt. Neben dem Blog­for­mat „Kri­ti­sches Tage­buch“ fanden sich schon in den ersten Jahren weitere Rubri­ken, ins­be­son­dere eine Pres­se­schau mit zahl­rei­chen Links zu Bei­trä­gen anderer Medien sowie die Rubri­ken „Stra­te­gien der Mei­nungs­ma­che“ und „Mani­pu­la­tion des Monats“. Müller fun­gierte dabei als Autor der zen­tra­len Stücke des Portals.

Inhalt­lich typisch für die Anfangs­zeit ist z.B. seine Aus­ein­an­der­set­zung mit einer Studie der Ber­tels­mann-Stif­tung zum Thema „Bench­mar­king-Deutsch­land“ (24) und der Bericht­erstat­tung des Maga­zins Spiegel darüber. Müllers Text kri­ti­siert das dabei trans­por­tierte Nar­ra­tiv vom „Reform­stau“ größ­ten­teils argu­men­ta­tiv, ver­fällt aber immer wieder in Polemik, etwa wenn am Ende von einer media­len „Gleich­schal­tung“ die Rede ist. (25) Die Nach­denk­sei­ten wandeln zu dieser Zeit zwi­schen legi­ti­mer Kritik und Über­zeich­nung. Wolf­gang Lieb spricht etwa in Bezug auf einen Links­par­tei-kri­ti­schen Fern­seh­bei­trag, dessen dazu­ge­hö­rige Analyse von einem Nach­denk­sei­ten-Leser stammt, von „Mario­net­ten-Jour­na­lis­mus“ und einer „geball­ten Mei­nungs­pha­lanx“. (26)

‌„Mainstream“-Kritik und Lese­rIn­nen­rück­kopp­lung sind bis heute typi­sche Stil­mit­tel der Nach­denk­sei­ten. Von Beginn an insze­niert man sich als Stimme der angeb­lich qua Mei­nungs­ma­che unter­drück­ten Mehr­heit. In einer durch neo­li­be­rale Pro­pa­gan­da­netz­werke „gelenk­ten Demo­kra­tie“ domi­niere „[d]er durch diese Steue­rung ‚der Masse‘ her­ge­stellte ‚öffent­li­che Wille‘“, so schreibt es Lieb im Jahr 2009. (27) Dem­entspre­chend findet sich auf den Nach­denk­sei­ten eine Unmenge medi­en­kri­ti­scher Kom­men­tare und „Dekon­struk­tio­nen“ anderer Artikel.
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Kritik des Neo­li­be­ra­lis­mus bis US-Kritik

Beide Macher der Nach­denk­sei­ten publi­zier­ten in der Anfangs­phase des Portals auch weiter in eta­blier­ten linken Medien. (28) Inhalt­lich spielt die Außen­po­li­tik noch keine große Rolle, obwohl die „Aus­deh­nung der NATO(29) und die ver­meint­li­che Schaf­fung eines „Feind­bilds“ in Form von Russ­land (30) bereits kri­tisch kom­men­tiert werden. Den Irak-Krieg und die Bush-Admi­nis­tra­tion lehnt man ab. (31) Im Zuge der mili­tä­ri­schen Eska­la­tion des Geor­gien-Kon­flikts 2008 kommt es zur stär­ke­ren Gewich­tung einer grund­sätz­li­chen US- bzw. Nato-Kritik und zur Beto­nung der Not­wen­dig­keit einer Frie­dens­po­li­tik gegen­über Russ­land. (32)

Es werden in den ersten Jahren bis­wei­len auch Bei­träge publi­ziert, die linke Themen jen­seits öko­no­mi­scher Fra­ge­stel­lun­gen behan­deln, etwa zum Thema Frem­den­feind­lich­keit. (33) Vor­herr­schend ist jedoch die Kritik am Neo­li­be­ra­lis­mus. Femi­nis­ti­sche Anlie­gen oder Homo­se­xu­el­len­rechte finden als Themen quasi nicht statt. Trotz­dem avan­cie­ren die Nach­denk­sei­ten mit ihrer Mischung aus linker Fun­da­men­tal­kri­tik und Füllung wahr­ge­nom­me­ner Dis­kurs­lü­cken zu einem vom linken Teil poli­ti­scher Öffent­lich­keit gou­tier­ten Portal. 2009 erhiel­ten die Nach­denk­sei­ten den „Alter­na­ti­ven Medi­en­preis“ für das Auf­de­cken von, wie der Lau­da­tor fest­hielt, „Inter­es­sen­ver­flech­tun­gen zwi­schen Wirt­schaft und Mei­nungs­ma­che“. (34)

Das Medium nähert sich in der Folge suk­zes­sive einer „alter­na­ti­ven“, Ver­schwö­rungs­theo­rien und Falsch­aus­sa­gen ver­brei­ten­den und vor­nehm­lich digi­ta­len Medi­en­land­schaft an, die in Deutsch­land ab ca. 2009 ent­stan­den ist.

Nach dieser Anfangs­phase ist eine schlei­chende Radi­ka­li­sie­rung der Nach­denk­sei­ten zu beob­ach­ten. 2011 wird der Jour­na­list und Blogger Jens Berger ins Team auf­ge­nom­men. (35) Die Nach­denk­sei­ten starten im selben Jahr eine bis heute anhal­tende Koope­ra­tion mit dem Westend-Verlag, in dem seitdem zahl­rei­che Bücher von Müller und Berger sowie das regel­mä­ßige Jahr­buch der Nach­denk­sei­ten („Nach­den­ken über Deutsch­land“), welches aus­ge­wählte Texte des Blogs enthält, erschie­nen sind. Das Medium nähert sich in der Folge suk­zes­sive einer „alter­na­ti­ven“, Ver­schwö­rungs­theo­rien und Falsch­aus­sa­gen ver­brei­ten­den und vor­nehm­lich digi­ta­len Medi­en­land­schaft an, die in Deutsch­land ab ca. 2009 ent­stan­den ist. (36)

Zwar bezeich­net Jens Berger 2015 ver­schie­dene rechte „Alter­na­tiv­me­dien“ (Compact, Poli­ti­cally Incor­rect und den Kopp-Verlag) als „Hetzer und Wirr­köpfe“. (37) Ken Jebsens Portal KenFM, auf dem ab 2011 bis zu seiner Youtube-Sperre und Abschal­tung im Jahr 2021 Ver­schwö­rungs­theo­rien ver­brei­tet wurden, wird jedoch ab 2013 regel­mä­ßig in den „Hin­wei­sen des Tages“ ver­linkt. (38)
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Radi­ka­li­sie­rung: von der Ukrai­ne­krise 2014 zur Systemopposition

Erster Kul­mi­na­ti­ons­punkt dieser Ent­wick­lung ist die Ukrai­ne­krise im Jahr 2014. Seitdem bewegen sich die Nach­denk­sei­ten in einem medial ver­mit­tel­ten Feld radi­ka­ler Sys­tem­kri­tik. Anhand der von Albrecht Müller und den Nach­denk­sei­ten jähr­lich ver­an­stal­te­ten Vor­trags­ver­an­stal­tung „Pleis­wei­ler Gesprä­che“ kann dies nach­ge­zeich­net werden. Nachdem u.a. der keyne­sia­ni­sche Ökonom Heiner Flass­beck (2010), die Linken-Poli­ti­ke­rin Sahra Wagen­knecht (2011) und der ehe­ma­lige CDU-Abge­ord­nete Willy Wimmer (2013), der auch in rechts­ra­di­ka­len Kon­tex­ten die Agenda von Wla­di­mir Putin ver­tritt, (39) zu Gast waren (40) hielt 2015 die rhein­land-pfäl­zi­sche Minis­ter­prä­si­den­tin Malu Dreyer (SPD) einen Vortrag zum ver­gleichs­weise kon­sens­fä­hi­gen Thema Bildung. (41)

Doch der Versuch der Ein­bin­dung in eine gemä­ßigte Linke schei­terte. 2017 refe­rierte mit dem Psy­cho­lo­gen Rainer Maus­feld ein Ver­tre­ter der These, dass west­li­che Regie­rungs­sys­teme allein auf eli­tä­rer Medien- und Herr­schafts­kon­trolle basier­ten.(42) Auch Maus­feld publi­ziert bei Westend. (43) 2020 hielt dann der Chef­re­dak­teur des rus­si­schen Aus­lands­sen­ders RT DE, Ivan Rodi­o­nov, die Pleis­wei­ler Gesprä­che als Online-Vortrag. Er „infor­mierte“ über die angeb­li­che Ein­sei­tig­keit der „Main­stream-Medien“ in der Bericht­erstat­tung über Russ­land. Eine mili­tä­ri­sche Bedro­hung der bal­ti­schen Staaten und Polens durch Russ­land läge nicht vor – ob dies eine  „Mar­ke­ting­stra­te­gie“ sein könne, fragt er sug­ges­tiv. (44)

Per­so­nell blieb der Wandel der Nach­denk­sei­ten nicht fol­gen­los. Wolf­gang Lieb trug 2015 den Kurs nicht mehr mit und verließ die Redak­tion. Seine Erklä­rung dazu ist als harte Kritik an der Ein­sei­tig­keit des Portals und der Domi­nanz Müllers ver­fasst. (45) Andere Mit­ar­bei­te­rIn­nen stießen zu den Nach­denk­sei­ten, wobei seit 2018 neben Berger und Müller vor allem Tobias Riegel als Autor in Erschei­nung tritt (zuvor Neues Deutsch­land).
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3. Publi­zis­ti­sches Umfeld

Storz‘ Quer­front­stu­die erwähnte die Nach­denk­sei­ten durch Verweis auf ein Inter­view, welches der bekannte Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker Ken Jebsen 2014 auf KenFM mit Albrecht Müller führte. (46) Da Jebsen auch mit Jürgen Elsäs­ser, Chef­re­dak­teur des rechts­ex­trem-ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Compact-Maga­zins, zusam­men­ge­ar­bei­tet hatte und auch andere Akteu­rIn­nen keine ideo­lo­gi­schen Grenzen kannten, konnte zu diesem Zeit­punkt in der Tat von einer Quer­front die Rede sein. Sie kam ins­be­son­dere im Zuge der Ukrai­ne­krise 2013/​2014 zusam­men, um die Posi­tion der rus­si­schen Regie­rung mittels ver­schwö­rungs­theo­re­ti­scher Agi­ta­tion, dar­ge­bo­te­ner poli­ti­scher Nai­vi­tät oder aus ideo­lo­gi­schem Kalkül zu unter­stüt­zen. (47)
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Von der Zer­split­te­rung zur Antisystem-Querfront

Während der soge­nann­ten „Flücht­lings­krise“ ab 2015 brach diese lose Anti­ko­ali­tion aber auf. Das aus der Linken kom­mende Portal KenFM konnte sich bei­spiels­weise nicht gegen Geflüch­tete stellen, ohne dadurch den Verlust frie­dens­be­weg­ter Nut­ze­rIn­nen­schaft zu ris­kie­ren. Eine gemein­same posi­tive Agenda lässt sich in einer reinen Anti­be­we­gung nicht bilden. Der durch Medi­en­kri­tik, Eli­ten­ab­leh­nung und Anti­ame­ri­ka­nis­mus locker zusam­men­ge­hal­tene Fli­cken­tep­pich der „alter­na­tiv­me­dia­len“ Fun­da­men­tal­op­po­si­tion zer­fa­serte suk­zes­sive in getrennte Bestand­teile, wobei die AfD den rechts­af­fi­nen Teil als par­tei­po­li­ti­sches Vorfeld will­kom­men hieß. Sahra Wagen­knechts Versuch, das Spek­trum in einer neuen, von links kom­men­den Samm­lungs­be­we­gung namens „Auf­ste­hen“ auch jen­seits der AfD zu reinte­grie­ren, schei­terte vorerst, wobei die Nach­denk­sei­ten „Auf­ste­hen“ von Beginn an unter­stützt hatten. (48)

Zen­trale Akteu­rIn­nen der bekann­ten Anti-System-Quer­front haben zwar nicht immer orga­ni­sa­to­risch, aber zumin­dest the­ma­tisch wieder zusammengefunden

Mit der Coro­na­krise hat sich die Lage geän­dert, (49) denn die Mög­lich­kei­ten des reinen Pro­tests gegen die Coro­na­maß­nah­men über­wie­gen wieder die Not­wen­dig­keit zur eigenen Posi­tio­nie­rung. Zen­trale Akteu­rIn­nen der bekann­ten Anti-System-Quer­front haben zwar nicht immer orga­ni­sa­to­risch, aber zumin­dest the­ma­tisch wieder zusam­men­ge­fun­den, neue sind hin­zu­ge­kom­men. So wird Giorgio Agam­bens Theorie vom dik­ta­to­ri­schen Aus­nah­me­zu­stand, bei dem Frei­heit in purer Kon­troll­ab­sicht will­kür­lich mini­miert werde, sowohl auf KenFM/​Apolut (50) als auch auf Compact (51) verbreitet.

In Bezug auf Agam­bens Coro­na­the­sen gehen die Nach­denk­sei­ten aller­dings nicht so weit, der Ver­schwö­rungs­theo­rie von der erfun­de­nen Pan­de­mie direkt das Wort zu reden. (52) Auch bei ihnen lässt sich aber der skiz­zierte zeit­li­che Verlauf nach­zeich­nen, also die publi­zis­ti­sche Öffnung, dann par­ti­elle Schlie­ßung und dann par­ti­elle Wie­der­öff­nung für eine breite mediale Anti-System-Koali­tion. Dies schlägt sich in The­men­set­zung und Ver­net­zung nieder.
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The­ma­ti­sche Über­schnei­dun­gen: Anti­ame­ri­ka­nis­mus und Putinismus

Die alte Haupt­agenda der Nach­denk­sei­ten, der Kampf gegen eine libe­rale und für eine keyne­sia­ni­sche Wirt­schafts­ord­nung, wurde im Zuge der Ukrai­ne­krise um eine dezi­diert pro­rus­si­sche Posi­tio­nie­rung ergänzt. Zur Kritik an den USA in Form klas­si­scher Kapi­ta­lis­mus­kri­tik gesellte sich somit ein anknüp­fungs­fä­hi­ger, vor allem in links- und rechts­ra­di­ka­len Kreisen ver­brei­te­ter grund­sätz­li­cher Anti­ame­ri­ka­nis­mus, der mit einem dik­ta­tu­raf­fi­nen Puti­nis­mus ein­her­geht. Die Nach­denk­sei­ten über­nah­men in der Ukrai­ne­krise ab Ende 2013 die These, Russ­land handle in Notwehr gegen den von außen gesteu­er­ten „Regi­me­change“ (53) in der Ukraine und die angeb­li­che „Ein­krei­sungs­po­li­tik“ (54) der Nato. Deut­sche Medien seien russ­land­feind­lich gestimmt. (55) Die völ­ker­rechts­wid­rige Anne­xion der Krim wurde ebenso legi­ti­miert wie die Desta­bi­li­sie­rung und Teil­be­set­zung der Ost­ukraine. (56)

Ganser ist bekannt für die Technik eines sug­ges­ti­ven „Fra­ge­stel­lens“, mit der er Ver­schwö­rungs­theo­rien, etwa über die Anschläge vom 11. Sep­tem­ber 2001, ver­brei­tet. So hält er es auch auf den Nach­denk­sei­ten.

Als vor allem in Alter­na­tiv­me­dien gern gese­he­ner Experte zu diesem Thema bekam u.a. der Schwei­zer His­to­ri­ker Daniele Ganser auf den Nach­denk­sei­ten ein Forum. Er spricht dort 2014 von einem „‘NATO-Netz­werk‘ in den Medien“, das die aggres­sive Politik des Westens gegen­über Russ­land orches­triere. (57) Ganser ist bekannt für die Technik eines sug­ges­ti­ven „Fra­ge­stel­lens“, mit der er Ver­schwö­rungs­theo­rien, etwa über die Anschläge vom 11. Sep­tem­ber 2001, ver­brei­tet. (58) So hält er es auch auf den Nach­denk­sei­ten, auf denen er zum Atten­tat auf die Reak­tion von Charlie Hebdo im Jahr 2015 unhin­ter­fragt aus­führt, „ob es nicht eine False-Flag-Ope­ra­tion war, welche man in diesem Fall den Mus­li­men nur in die Schuhe schiebt um in Europa und den USA Angst und Hass zu schüren, den Über­wa­chungs­staat weiter aus­zu­bauen und Kriege gegen mus­li­mi­sche Länder fortan noch besser legi­ti­mie­ren zu können.“ (59) Zum Abschluss des Inter­views beruft sich Ganser auf Sophie Scholl und nährt damit die Erzäh­lung vom anti­dik­ta­to­ri­schen Wider­stand. Weitere Plat­zie­run­gen von Ganser folgen in Form von Inter­views (60) und zahl­rei­chen Verlinkungen.
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Im Novem­ber 2016 ver­an­stal­ten die Nach­denk­sei­ten einen Vortrag mit Ganser, in dem er u.a. die „Politik der Angst“ als zen­tra­les Element poi­ti­scher Des­in­for­ma­tion und Kriegs­pro­pa­ganda skiz­ziert (61) – ein Nar­ra­tiv, das auch der Psy­cho­loge Maus­feld gerne bedient. (62) Im Jahr 2020 kann Ganser umfäng­lich und ohne Wider­spruch auf den Nach­denk­sei­ten dar­le­gen, „dass wir über die Ter­ror­an­schläge vom 11. Sep­tem­ber nicht ehrlich infor­miert wurden und dass die Geschichte über diesen Tag neu geschrie­ben werden muss.“ (63) Bis heute ist Ganser ein Star der fun­da­men­tal­op­po­si­tio­nel­len Alter­na­tiv­me­di­en­szene und trägt seine Thesen bis hin zu AfD-Kreisen (64) vor. Die Nach­denk­sei­ten prä­sen­tie­ren ihn ohne Distanz. 

Über den Autor:

Markus Linden lehrt als außer­plan­mä­ßi­ger Pro­fes­sor für Poli­tik­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät Trier. Seine Pro­mo­tion zum Thema „Poli­ti­sche Inte­gra­tion im ver­ein­ten Deutsch­land“ (2006) und die Habi­li­ta­tion über „Ein­schluss und Aus­schluss durch Reprä­sen­ta­tion“ (2014) sind als Mono­gra­fien im Nomos-Verlag erschie­nen. Linden forscht und publi­ziert zum Thema „Theorie und Empirie der Demo­kra­tie“. Hierbei bilden die digi­tale Öffent­lich­keit und die Geis­tes­ge­schichte radi­ka­ler Gegen­warts­be­we­gun­gen aktu­elle Schwerpunkte.

Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sche Akteure als Bindeglieder

Als ein zen­tra­les Bin­de­glied der sich ent­wi­ckeln­den alter­na­tiv­me­dia­len Anti-System-Koali­tion fun­gierte schon zur Zeit der Ukrai­ne­krise das Portal KenFM (seit Mitte 2021 leitet die abge­schal­tete Seite auf Apolut weiter, ein neues Portal aus dem Umfeld Ken Jebsens) (65), auf dem neben Ganser oder Maus­feld (66) auch die Nach­denk­sei­ten-Macher Albrecht Müller und Jens Berger seit 2014 mit Vor­trä­gen, Inter­views und eigenen Bei­trä­gen präsent sind. (67) Ken Jebsen wird von Müller zwar dahin­ge­hend kri­ti­siert, dass er die Auf­tei­lung in links und rechts über­win­den möchte. (68) Eine inhalt­li­che Distan­zie­rung von dem bekann­ten Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker erfolgt aber nicht. Statt­des­sen arbei(te)ten der Westend-Verlag, die Nach­denk­sei­ten und Jebsen im Rahmen der Platt­form „Buch­kom­pli­zen“ zusam­men. (69) Passend dazu hat der Verlag neben den Publi­ka­tio­nen der Nach­denk­sei­ten auch Bücher des bekann­ten 9/11-Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kers und selbst­er­nann­ten „Put­in­ver­ste­hers“ Mathias Brö­ckers im Pro­gramm, (70) der auch einen Inter­view­band zu Jebsens Ver­tei­di­gung ver­öf­fent­lichte. (71)

Westend, auf dem zahl­rei­che bei KenFM/​Apolut und auf den Nach­denk­sei­ten prä­sente Autoren publi­zie­ren, hat sich zwi­schen­zeit­lich von Ken Jebsen distan­ziert, (72) die Nach­denk­sei­ten jedoch nicht. Apolut-Bei­träge werden weiter auf den Nach­denk­sei­ten ver­linkt (73) und als Lese­emp­feh­lung bewor­ben. (74) Die AutorIn­nen auf den beiden Por­ta­len über­schei­den sich ebenso wie die Inhalte, etwa wenn Wolf­gang Bittner im Februar 2022 auf den Nach­denk­sei­ten titelt: „Die Ukraine als Pitbull der USA gegen Russ­land“ (75). Und auch Brö­ckers kann seine Ver­schwö­rungs­theo­rien zu den Anschlä­gen vom 11. Sep­tem­ber 2001 ohne redak­tio­nelle Ein­ord­nung bei den Nach­denk­sei­ten ver­brei­ten. (76)

Corona“ ist seitdem neben der Medi­en­pau­schal­kri­tik und der Anti-Nato-pro-Putin-Posi­tio­nie­rung der gemein­same Nenner des von links kom­men­den und nach rechts par­ti­ell offenen Teils radikal-sys­tem­kri­ti­scher Querfrontakteure.

Analog zu KenFM haben sich auch die Nach­denk­sei­ten im Rahmen der soge­nann­ten „Flücht­lings­krise“ nicht gegen Geflüch­tete und huma­ni­täre Hilfe posi­tio­niert. Migran­tIn­nen wurden vom Portal nicht als Problem, sondern als „Opfer“ eli­ten­ge­steu­er­ter PR-Kam­pa­gnen und west­li­cher Inter­es­sen­po­li­tik dar­ge­stellt. (77) Seit Anfang 2020 hat die The­men­lage dann neue, für das Feld güns­tige Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten geschaf­fen. Das Thema „Corona“ ist seitdem neben der Medi­en­pau­schal­kri­tik und der Anti-Nato-pro-Putin-Posi­tio­nie­rung der gemein­same Nenner des von links kom­men­den und nach rechts par­ti­ell offenen Teils radikal-sys­tem­kri­ti­scher Querfrontakteure.

Mit dem Online­ma­ga­zin Rubikon (78) ist hier seit 2017 ein neues Format dazu­ge­kom­men, das sowohl hin­sicht­lich der The­men­aus­wahl als auch in Bezug auf die betei­lig­ten Akteu­rIn­nen starke Ver­bin­dun­gen mit KenFM/​Apolut und den Nach­denk­sei­ten auf­weist. Der Her­aus­ge­ber von Rubikon, Jens Wer­ni­cke, „ver­ant­wor­tete“ – nach eigener Aus­kunft – „mehrere Jahre das Inter­view­for­mat der Nach­Denk­Sei­ten, Deutsch­lands meist­ge­le­se­nem poli­ti­schen Blog“ (79). Auch Wer­ni­cke publi­ziert u.a. bei Westend. (80) Zum Beirat (81) bzw. Freun­des­kreis (82) von Rubikon gehör(t)en Prot­ago­nis­tIn­nen, die auch bei den Nach­denk­sei­ten regel­mä­ßig mit ihren Thesen präsent sind, z.B. Daniele Ganser, Mathias Brö­ckers, Rainer Maus­feld, der Päd­agoge Mat­thias Bur­chardt oder der Ver­le­ger Hannes Hof­bauer (Pro­me­dia-Verlag). Zum publi­zis­ti­schen Umfeld der Nach­denk­sei­ten gehört auch das 2020 gegrün­dete Online­por­tal Mul­ti­po­lar, das von Ulrich Teusch, Stefan Korinth und Paul Schreyer gelei­tet wird. (83) Die Autoren publi­zie­ren eben­falls im Westend-Verlag (84) und sind auf den Nach­denk­sei­ten mit Inter­views oder Bei­trä­gen präsent. (85)
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Nähe zum „Alter­na­ti­v­jour­na­lis­mus“, Abgren­zung von radi­ka­ler Rechten

Inhalt­lich lässt sich der „Alter­na­ti­v­jour­na­lis­mus“ des ver­netz­ten Feldes aus Nach­denk­sei­ten, Rubikon, Mul­ti­po­lar und anderen Kanälen nur noch in Nuancen aus­ein­an­der­hal­ten. Der Chef­re­dak­teur des derzeit EU-weit ver­bo­te­nen rus­si­schen Pro­pa­gan­da­ka­nals RT DE, Ivan Rodi­o­nov, kommt exten­siv zu Wort (86) und die Inhalte von RT DE werden nicht nur auf den Nach­denk­sei­ten ver­linkt. (87) Sen­si­bi­li­sier­ter als gegen­über Dik­ta­tu­ren zeigt man sich in Bezug auf die äußerste Rechte. Die Nach­denk­sei­ten distan­zie­ren sich schon lange expli­zit vom Rechts­ex­tre­mis­mus des Compact-Maga­zins und seines Chefs Jürgen Elsäs­ser (88) sowie von der rechts­ra­di­ka­len AfD. (89) Letz­te­rer unter­stellt man, neben der offen­sicht­li­chen Frem­den­feind­lich­keit, eine im Kern neo­li­be­rale Agenda, (90) was ange­sichts der wirt­schafts­po­li­ti­schen Aus­rich­tung des „Flügels“ in Teilen zwei­fel­haft ist.

Analog zu Mul­ti­po­lar und Rubikon gehen die Nach­denk­sei­ten jedoch dann auf leichte Tuch­füh­lung zum rechten Rand, wenn er intel­lek­tu­ell daher­kommt und nicht, wie etwa die AfD und die Neue Rechte um Götz Kubit­schek, medial ver­brannt ist. So führt Albrecht Müller ein langes Inter­view mit dem Blogger Gunnar Kaiser, der dem Rubikon-Freun­des­kreis ange­hört und als Schar­nier zur Quer­den­ken-Bewe­gung und zur Neuen Rechten in Erschei­nung getre­ten ist. (91) Die Bezüge bleiben aber in diesem Fall indi­rekt. Man beschränkt sich auf den Common Ground des Neo­li­be­ra­lis­mus- und Lob­by­is­mus­ba­shings. Inhalt­lich geht Müller in seinem Gespräch mit Kaiser z.B. nicht auf Distanz zur Kli­ma­be­we­gung, so wie es für Neu­rechte typisch ist, sondern betrach­tet sie als Teil pro­gres­si­ver sozia­ler Bewe­gun­gen. (92)

In ihrer regel­mä­ßi­gen Pres­se­schau gehen die Nach­denk­sei­ten wie­derum instru­men­tell mit der äußeren Rechten um.

In ihrer regel­mä­ßi­gen Pres­se­schau gehen die Nach­denk­sei­ten wie­derum instru­men­tell mit der äußeren Rechten um. Max Otte wird in einer Ver­lin­kung zur Zeitung Der Freitag als „AfD-nah“ kri­ti­siert, (93) aber es wird positiv auf ein Inter­view mit ihm ver­wie­sen, in dem er sich wie­derum positiv auf Sahra Wagen­knecht bezieht. (94) Auch Ottes Kritik an den Coro­na­maß­nah­men wird von den Nach­denk­sei­ten expli­zit geteilt. (95) Dabei ver­weist man auf einen Text auf RT DE mit einem ein­ge­bet­te­ten Tweet von Max Otte, in dem er von der Voll­endung der „Dik­ta­tur“ in Deutsch­land spricht. (96)

Die Quer­front­de­batte hat die Macher der Nach­denk­sei­ten durch­aus sen­si­bi­li­siert. Den ideo­lo­gi­schen Umfang der fun­da­men­tal­kri­ti­schen Allianz müssen sich die Use­rIn­nen ein wenig her­bei­kli­cken, bevor die Algo­rith­men das beim nächs­ten Mal über­neh­men. Dabei führt das Portal aber direkt nach rechts und hin zur reinen Des­in­for­ma­tion. Para­dig­ma­tisch dafür stehen die mit Kurz­zu­sam­men­fas­sun­gen ver­se­he­nen „Video­hin­weise“ der Nach­denk­sei­ten, etwa am 11. Dezem­ber 2021. (97) Emp­foh­len wird eine Talk­show des rechts­po­pu­lis­ti­schen Maga­zins Tichys Ein­blick zum Thema Corona, in der auch der Jurist Ulrich Vos­gerau auf­tritt, der die AfD u.a. in Anhö­run­gen vor dem Bun­des­tag vertritt.

Daneben finden sich u.a. Hin­weise auf Bei­träge des linken Medi­en­kri­ti­kers Michael Meyen, (98) des breit des­in­for­mie­ren­den Quer­front­por­tals Punkt Pre­rado­vic, (99) von Sahra Wagen­knecht, des Falsch­aus­sa­gen­for­mats „Corona-Aus­schuss“, (100) von Apolut oder des rus­si­schen Staats­rund­funks in Deutsch­land (SNA). Als Rezi­pi­en­tIn erfährt man nach einem Klick, dass es nach der Auf­klä­rung der wahren Hin­ter­gründe der Coro­na­krise erst einmal „ans Auf­räu­men“ gehen werde, wie es in einem emp­foh­le­nen Video heißt. (101) Die das sagt, Viviane Fischer, ist derzeit Vor­sit­zende der Quer­den­ker­par­tei „Die Basis“, die wie­derum mit Daniele Gansers Maxime von der „Acht­sam­keit“ wirbt, (102) aber Falsch­aus­sa­gen und mit­un­ter gar Hass ver­brei­tet. (103)
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Schluss­fol­ge­rung

Die Bei­spiele zeigen, dass die Nach­denk­sei­ten Teil eines von links kom­men­den media­len Anti-System-Feldes sind, das sich zwar vom Rechts­ex­tre­mis­mus abgrenzt, aber die öffent­li­che Wahr­neh­mung der Exis­tenz quer­front­ähn­li­cher Alli­an­zen zumin­dest bil­li­gend in Kauf nimmt, wenn damit gegen eine ver­meint­li­che Fremd­be­stim­mung und Dik­ta­tur agi­tiert werden kann. Die AfD wird als Partei expli­zit abge­lehnt, (104) aber ihre Argu­mente und Schar­nier­prot­ago­nis­tIn­nen erhal­ten eine Öffent­lich­keit, die nicht ein­ord­net, sondern die radi­kale Wider­stands­rhe­to­rik en passant mit­nimmt. Die Stra­te­gie erin­nert darin an das poli­tik­theo­re­ti­sche Pro­gramm von Chantal Mouffe, die im linken und rechten Popu­lis­mus eine Form der not­wen­di­gen Poli­ti­sie­rung sieht und – als über­zeugte Linke – am Ende einen Sieg des linken Popu­lis­mus in Aus­sicht stellt. (105)
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4. Inhalte, Metho­den und Argumentationsweisen

Wie gesehen, haben die Nach­denk­sei­ten kein Problem damit, Portale zu emp­feh­len, die mit Falsch­aus­sa­gen arbei­ten, und ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sche Inhalte unkri­tisch selbst zu prä­sen­tie­ren. Als Reak­tion auf diese Kritik behaup­tet Albrecht Müller, dass dies nicht der Fall sei und die Bezeich­nung „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker“ als „Kampf­be­griff“ benutzt werde. (106)

Schon im selben Artikel wird seine Aussage jedoch wider­legt, denn Jens Berger ver­tritt darin aus­drück­lich die ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sche Auf­fas­sung, die US-ame­ri­ka­ni­sche Regie­rung habe die Anschläge vom 11. Sep­tem­ber 2001 durch bewusste Untä­tig­keit „indi­rekt her­bei­ge­führt“ (soge­nannte „LIHOP“-Theorie: „let it happen on purpose“). Dass Daniele Ganser unge­hin­dert und andeu­tungs­voll vor sich hin spe­ku­lie­ren kann, erscheint so als vom Medium inten­diert. Der Inter­viewer Marcus Klöck­ner, der selbst bei Westend und Rubikon Pau­schal­ver­risse der deut­schen Medi­en­land­schaft publi­ziert hat, (107) spielt hier eine her­vor­ge­ho­bene Rolle. Er lässt z.B. einen wei­te­ren Westend-Autor (108) frei darüber fabu­lie­ren, dass Anis Amri den Lkw-Anschlag auf dem Breit­scheid­platz nicht als „Haupt­tä­ter“ verübt habe, die Dienste ent­schei­dend betei­ligt gewesen seien und „dass es mög­li­cher­weise eine Ope­ra­tion mit dop­pel­tem Boden war, dass nicht jeder der Tat­be­tei­lig­ten wusste, welche Rolle er tat­säch­lich spielt“. (109)

Hängen bleibt das Bild einer ver­deck­ten Geheim­dienst­ope­ra­tion. Die Politik erscheint als gänz­lich durch­ma­ni­pu­lier­tes Lügen­ge­bäude. Legi­time Kri­tik­punkte werden diesem Axiom unter­ge­ord­net und sind für Rezi­pi­en­tIn­nen kaum zu identifizieren.
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Spe­ku­la­tio­nen und Halbwahrheiten

Auf den Nach­denk­sei­ten wird dem­entspre­chend mit bloßen Unter­stel­lun­gen gear­bei­tet, wobei aus losen Kor­re­la­tio­nen im Ein­zel­fall sowie wei­te­ren Ver­mu­tun­gen gene­relle Kau­sal­ket­ten abge­lei­tet werden. Ein typi­sches Bei­spiel findet sich in Müllers aktu­el­lem, auf dem Portal inten­siv bewor­be­nem Buch „Die Revo­lu­tion ist fällig“, dessen Inhalt in weiten Teilen her­kömm­li­cher links­öko­no­mi­scher Pro­gram­ma­tik ent­spricht. Müller beschäf­tigt sich darin aber auch mit soge­nann­ten „Ein­fluss­agen­ten“, wor­un­ter er US- und Wirt­schafts­lobby-Ver­tre­te­rIn­nen in Par­teien versteht.

Das Portal greift selbst nicht auf offen­sicht­li­che Falsch­aus­sa­gen zurück, sondern ver­mit­telt sie bis­wei­len indi­rekt über Web­links und Inter­view­part­ne­rIn­nen. In eigenen Bei­trä­gen kon­stru­iert man wie­derum Zusam­men­hänge, um vor­ge­fer­tigte Nar­ra­tive stets neu zu bestätigen.

Neben der zwei­fel­haf­ten, auf den Nach­denk­sei­ten auch online pla­ka­tiv auf­ge­mach­ten (110) Wort­wahl ver­blüf­fen Pas­sa­gen wie die fol­gende: „Cem Özdemir war in Schwie­rig­kei­ten und nach einem Besuch in den USA ist er heute einer der Pfeiler US-ame­ri­ka­ni­scher Inter­es­sen in Deutsch­land.“ (111) Für die indi­rekt insi­nu­ierte Bestechung liefert der als Beleg ange­führte Artikel, (112) der wie­derum auf Özde­mirs öffent­lich bekannte Akti­vi­tä­ten und orga­ni­sa­to­ri­sche Ver­bin­dun­gen rekur­riert, nichts als Ver­mu­tun­gen. Daraus auf ein „Agen­ten­tum“ zu schlie­ßen, ist spe­ku­la­tive Polemik. Müller rechnet Özdemir jedoch ebenso wie Julia Klöck­ner, Norbert Röttgen, Joschka Fischer oder Fried­rich Merz zu den „Men­schen, die im Auftrag anderer tätig sind“. (113) Die trans­at­lan­ti­sche Posi­tio­nie­rung von Röttgen oder Fischer kann aus Sicht Müllers kein Zufall sein. Bei Kritik an seinem eigenen Tun spricht er wie­derum von „ausgedachte[n] Kam­pa­gnen“, hinter denen „viel Geld“ und ein „ganzes Geflecht an PR-Agen­tu­ren“ stecke. (114)

Das Arbei­ten mit Halb­wahr­hei­ten und Ver­mu­tun­gen, die Ein­nahme einer Opfer- und Fun­da­men­tal­op­po­si­ti­ons­rolle, die feh­lende Dis­kur­si­vi­tät sowie die ideo­lo­gi­sche Grund­aus­rich­tung an den Maß­ga­ben einer prin­zi­pi­el­len Neoliberalismus‑, Eliten- und US-Kritik sind gängige Stil­mit­tel und Leit­ma­xi­men der Nach­denk­sei­ten. Das Portal greift selbst nicht auf offen­sicht­li­che Falsch­aus­sa­gen zurück, sondern ver­mit­telt sie – wie gesehen – bis­wei­len indi­rekt über Web­links und Inter­view­part­ne­rIn­nen. In eigenen Bei­trä­gen kon­stru­iert man wie­derum Zusam­men­hänge, um vor­ge­fer­tigte Nar­ra­tive stets neu zu bestätigen.

Coro­na­po­li­tik: Anlass zur Pauschalkritik

Noch ver­gleichs­weise abge­schwächt, aber seit 2020 stetig, geschieht dies im Rahmen der Kritik an der Coro­na­po­li­tik, zu der auch Bücher der Nach­denk­sei­ten-Macher erschie­nen sind. (115) Man leugnet nicht die Exis­tenz der Krank­heit, ver­mei­det tak­tisch die Dik­ta­tur­me­tapher und Faschis­mus­ver­glei­che (wenn­gleich sie eigent­lich „ange­mes­sen“ seien (116)) und ver­tritt in diesem Zusam­men­hang selbst auch keine offen­sicht­li­chen Ver­schwö­rungs­theo­rien. Aber Corona ist ein will­kom­me­ner Anlass zur Pau­schal­kri­tik an den poli­ti­schen Eliten und am eta­blier­ten Medi­en­sys­tem. Das geschieht einer­seits durch die Emp­feh­lung von Bei­trä­gen, die nicht allein maß­nah­men­kri­tisch sind, was völlig legitim wäre, sondern in denen sys­te­ma­tisch Falsch­aus­sa­gen und Ver­schwö­rungs­theo­rien ver­brei­tet werden.

Regel­mä­ßig wurde etwa der bereits erwähnte soge­nannte „Corona-Aus­schuss“ ver­linkt, (117) wobei sich das Feld der Akteu­rIn­nen auch hier mit der „alter­na­ti­ven Exper­tIn­nen­liste“ der Nach­denk­sei­ten über­schnei­det. (118) Im Format „Corona-Aus­schuss“ werden z.B. angeb­lich mög­li­che „Deep-State-Hin­ter­gründe“ der Coro­na­krise ver­han­delt. (119) Außer­dem kann die ehe­ma­lige Bür­ger­recht­le­rin und heutige Rechts­po­pu­lis­tin Vera Lengs­feld dort die Wer­te­union und Hans-Georg Maaßen bewer­ben. (120) Offen­sicht­lich gibt es keine Berüh­rungs­ängste zu rechts­po­pu­lis­ti­schen Akteu­rIn­nen, solange es der Fun­da­men­tal­op­po­si­tion und der Destruk­tion von Ver­trauen in das poli­ti­sche System dient.

Auf den Nach­denk­sei­ten domi­niert im Zusam­men­hang mit Corona die Kritik an den mög­li­chen Kol­la­te­ral­schä­den der Maß­nah­men. In Bezug auf Medi­zi­ne­rIn­nen und Poli­ti­ke­rIn­nen ver­bleibt das Portal bei abs­trak­ter, wenn­gleich radi­ka­ler Kritik an einer ver­meint­li­chen Angstpolitik.

Auf den Nach­denk­sei­ten selbst domi­niert im Zusam­men­hang mit Corona die Kritik an den mög­li­chen Kol­la­te­ral­schä­den der Maß­nah­men. In Bezug auf Medi­zi­ne­rIn­nen und Poli­ti­ke­rIn­nen ver­bleibt das Portal bei abs­trak­ter, wenn­gleich radi­ka­ler Kritik an einer ver­meint­li­chen Angst­po­li­tik. Typisch ist ein aktu­el­le­rer Beitrag von Tobias Riegel, der kon­sta­tiert, dass „wegen Äuße­run­gen ver­ant­wor­tungs­lo­ser Wis­sen­schaft­ler zu Corona (…) viele Bürger im Griff von irra­tio­na­len Ängsten [ver­blei­ben], die dann eine destruk­tive Politik ‚recht­fer­ti­gen‘“. Weiter heißt es: „Ohne Gegen­wehr werden inter­es­sierte Kreise die Gesell­schaft (…) in eine weitere destruk­tive ‚Welle‘ aus Panik und Unrecht stürzen und werden ver­su­chen, die Kon­troll- und Über­wa­chungs-Instru­mente der Corona-Politik in die per­ma­nente Anwen­dung her­über­zu­ret­ten.“ (121)

Da auf den Nach­denk­sei­ten an keiner Stelle mög­li­che Gegen­ar­gu­mente vor­ge­bracht werden, die das urpo­pu­lis­ti­sche Nar­ra­tiv vom umfäng­li­chen Betrug an den wahren Inter­es­sen des Volkes hin­ter­fra­gen, ist die Kritik offen­sicht­lich instru­men­tell moti­viert. Riegels For­mu­lie­rung „inter­es­sierte Kreise“ dient dabei als indi­vi­du­ell aus­füll­ba­rer Platz­hal­ter und als Trigger für Ver­schwö­rungs­den­ken. Es geht, ohne die demo­kra­ti­schen Struk­tu­ren als solche direkt anzu­grei­fen, um mög­lichst radi­kale Systemopposition.

Ukrai­ne­krieg: Par­tei­nahme für die Politik des Putin-Regimes

Die zeigt sich auch in den wei­te­ren Schwer­punk­ten der Nach­denk­sei­ten: der Medi­en­kri­tik und der ein­sei­ti­gen Par­tei­nahme für die Politik des Putin-Regimes in Russ­land. Dazu werden in die zahl­rei­chen Pres­se­schauen auch kri­ti­sche Bei­träge eta­blier­ter Medien auf­ge­nom­men, so dass die eben­falls ver­link­ten „Alter­na­tiv­me­dien“ als gleich­be­rech­tigte Akteure erschei­nen. In außen­po­li­ti­scher Hin­sicht wird hin­ge­gen kaum ein Umweg genom­men: Links zu rus­si­schen Staats- und Pro­pa­gan­da­me­dien wie RT DE treten geballt auf. (122) Die Agenda ist ein­sei­tig-ideo­lo­gisch, selbst wenn die Fakten eine ein­deu­tige Sprache sprechen.

Zwar erfol­gen regel­mä­ßig Ver­weise auf die alte Ost­po­li­tik und auf offen­sicht­lich regel­bre­chende Ver­hal­tens­wei­sen der USA. In der Bewer­tung des Vor­felds des aktu­el­len Ukrai­ne­kriegs schaff­ten es die Nach­denk­sei­ten aber, einen mas­si­ven rus­si­schen Trup­pen­auf­marsch zur Vor­be­rei­tung der Inva­sion gänz­lich als passive Reak­tion darzustellen.

Durch das Ver­mi­schen von Rea­li­tät, Weg­las­sen von Wesent­li­chem, fik­ti­vem Hin­zu­dich­ten und popu­lis­ti­scher Rhe­to­rik wird im Vorfeld des rus­si­schen Angriffs­kriegs eine These kreiert, die ins vor­ge­fer­tigte ideo­lo­gi­sche Bild passt.

Die Argu­men­ta­tion fasst Albrecht Müller am 11. Februar 2022 zusam­men, indem er einen Face­book-Kom­men­tar des aus dem „Main­stream“ aus­ge­stie­ge­nen Alter­na­ti­v­jour­na­lis­ten Dirk Pohl­mann (Apolut, Rubikon etc.) als seines Erach­tens tref­fende Analyse wie­der­gibt. Darin heißt es: „Die Ukrai­ne­krise ist dazu da, Nord­stream 2 zu ver­hin­dern. Scholz ist in der Zwick­mühle. Biden ver­sucht eine Zusage von BK Scholz zu bekom­men, dass Nord­stream 2 als Sank­tion gestoppt wird, wenn es Kämpfe in der Ost­ukraine gibt. Wenn seine Zusage vor­liegt, werden die us-kon­trol­lier­ten Söld­ner­kräfte einen Zwi­schen­fall insze­nie­ren. Das kann man pro­phe­zeien, ohne meta­phy­si­sche Fähig­kei­ten zu besit­zen. Denn so kann Biden Nord­stream 2 ver­hin­dern, ohne zu offenen Sank­tio­nen gegen einen ‚Alli­ier­ten‘ auf­zu­ru­fen. Es wäre die ele­gan­teste Lösung für Biden. Es gibt einen Inter­es­sen­kon­flikt zwi­schen den USA und seinem nicht-sou­ve­rä­nen Vasal­len Deutsch­land.“ (123)

Durch das Ver­mi­schen von Rea­li­tät (Inter­es­sen­kon­flikt bei Nord Stream 2), Weg­las­sen von Wesent­li­chem (Trup­pen­auf­marsch und Beset­zungs­po­li­tik Russ­lands), fik­ti­vem Hin­zu­dich­ten (Zwi­schen­fall mit US-kon­trol­lier­ten Söld­ner­kräf­ten) und popu­lis­ti­scher Rhe­to­rik (nicht-sou­ve­rä­ner Vasall) wird im Vorfeld des rus­si­schen Angriffs­kriegs eine These kreiert, die ins vor­ge­fer­tigte ideo­lo­gi­sche Bild passt. Es ist erstaun­lich, mit welchem Nach­druck und mit welcher Aus­dauer die Nach­denk­sei­ten diese Halb­wahr­hei­ten­stra­te­gie (124) ver­fol­gen. Nicht zuletzt deshalb handelt es sich um ein pro­fes­sio­nell gemach­tes Des­in­for­ma­ti­ons­me­dium mit Reich­weite und Ver­net­zung. Bemer­kens­wert ist darüber hinaus auch, dass die tra­gen­den Akteure im skiz­zier­ten „alter­na­tiv­me­dia­len“ Feld fast aus­schließ­lich Männer sind, was hier als Faktum nicht uner­wähnt bleiben soll.

Die Rich­tung der Nach­denk­sei­ten ist jedoch von Beginn an klar, denn schon am Tag des Ein­mar­sches stellt Jens Berger fest: „Letzt­end­lich ist die Inva­sion der Ukraine das trau­rige Ergeb­nis einer fehl­ge­lei­te­ten Eska­la­ti­ons­po­li­tik des Westens.“

Selbst der am 24. Februar 2022 begon­nene rus­si­sche Angriffs­krieg gegen die Ukraine führte bislang zu keiner Revi­die­rung der prin­zi­pi­ell Putin-freund­li­chen Posi­tion der Nach­denk­sei­ten. Im Rubikon-Talk vertrat z.B. Mathias Brö­ckers ohne Wider­spruch die Posi­tion, Russ­land handle, um „sich im Donbass und an seinen Grenzen von dem Vor­rü­cken der NATO zu befreien“. (125) Diese Neue Prä­ven­tiv­kriegthese wird auch auf den Nach­denk­sei­ten ver­tre­ten, aber medial ver­gleichs­weise geschickt vor­be­rei­tet und ein­ge­bet­tet. Bevor nämlich am 28. Februar 2022 der ent­spre­chende Artikel des Redak­teurs Tobias Riegel mit der Über­schrift „Russ­land handelt auch aus Notwehr“ erscheint, (126) lässt man den Ein­marsch selbst zunächst einmal von einem Gast­au­tor, nämlich Oskar Lafon­taine, ver­ur­tei­len, (127) ver­ur­teilt auch selbst (128) und ver­öf­fent­licht eine große Anzahl an Lese­rI­nen­brie­fen, um eine Debatte zu simulieren.

Die Rich­tung der Nach­denk­sei­ten ist jedoch von Beginn an klar, denn schon am Tag des Ein­mar­sches stellt Jens Berger fest: „Letzt­end­lich ist die Inva­sion der Ukraine das trau­rige Ergeb­nis einer fehl­ge­lei­te­ten Eska­la­ti­ons­po­li­tik des Westens.“ (129) Die Nach­denk­sei­ten berich­ten folg­lich weder über die Bru­ta­li­tät des rus­si­schen Ein­mar­sches noch über ideo­lo­gi­sche Motive Putins, die seiner offen­sicht­lich impe­ria­len Groß­raum­po­li­tik zugrunde liegen. The­ma­ti­siert werden nur „Ver­säum­nisse des Westens“ und Ver­glei­che mit Lügen in anderen, von den USA geführ­ten Kriegen.

Ziel dieser ein­sei­ti­gen Schwer­punkt­set­zung ist nicht die Abbil­dung eines umfas­sen­den Mei­nungs­spek­trums, sondern die Rela­ti­vie­rung und damit letzt­end­lich Recht­fer­ti­gung der Politik des Putin-Regimes. Obwohl die Opfer des Angriffs­kriegs nicht zu leugnen sind, ver­brei­ten die Nach­denk­sei­ten ein ideo­lo­gi­sches Gegen­nar­ra­tiv, in dem letzt­lich unter­stellt wird, die Berichte über zivile Opfer seien teil­weise erfun­den. Es ist typisch für dieses mediale Feld, dass dies nicht direkt, sondern in Form von rhe­to­ri­schen Fragen geschieht, die sich auf Teil­aspekte bezie­hen – etwa auf die Ein­zel­hei­ten eines rus­si­schen Beschus­ses in Mariu­pol. (130) Und auch ver­ein­zelt ein­ge­streute „abwei­chende Mei­nun­gen“ ent­pup­pen sich bei näherem Hin­se­hen als Rela­ti­vie­run­gen. (131)

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Schluss­fol­ge­rung

Mithin bleiben die Nach­denk­sei­ten ihrer Linie treu. Ein­ge­bet­tet in ein sich selbst „alter­na­tiv“ geben­des Spek­trum ver­schie­de­ner Medi­en­por­tale, ver­brei­ten sie mittels einer umfang­rei­chen Mischung aus eigener AutorIn­nen­schaft, Ver­lin­kun­gen und Gast­bei­trä­gen fun­da­men­tal­op­po­si­tio­nelle Erzäh­lun­gen gegen den ver­meint­lich US- und Nato-gesteu­er­ten „Main­stream“.

Stand März 2022

Fuß­no­ten

(1) Wolf­gang Storz: „Quer­front“ – Kar­riere eines poli­tisch-publi­zis­ti­schen Netz­werks, Arbeits­pa­pier 18 der Otto-Brenner-Stif­tung, kor­ri­gierte Fassung v. 19.10.2015, Frank­furt a.M., abruf­bar unter https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/02_Wissenschaftsportal/03_Publikationen/AP18_Querfront_Storz_2015_10_19.pdf [03.02.2022]. Zur Ver­si­ons­ge­schichte vgl. die Erklä­rung der Otto-Brenner-Stif­tung und von Wolf­gang Storz vom 19.10.2015, abruf­bar unter  https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/02_Wissenschaftsportal/02_Infoseiten/AP18/2015_10_19_ErklaerungOBS.pdf [04.02.2022]. Die Otto-Brenner-Stif­tung wird von der IG Metall betrieben.

(2) Markus Linden: Alles Lüge! Ver­schwö­rungs­theo­rie als neue soziale Bewe­gung, in: The Euro­pean (online), 11.11.2014, abruf­bar unter http://www.theeuropean.de/markus-linden/9220-verschwoerungstheorie-als-neue-soziale-bewegung [04.02.2022]; Ders.: Im Netz der Wut­bür­ger und Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, in: Frank­fur­ter All­ge­meine Zeitung, 03.02.2015, S. 13; Bern­hard Pörksen: Der Hass der Bescheid­wis­ser, in: Der Spiegel, Heft 2/​2015, S. 72f.

(3) Inter­view von Josef Otto-Freu­den­reich mit Albrecht Müller, in: Kontext-Wochen­zei­tung, Ausgabe 231 v. 02.09.2015, abruf­bar unter https://www.kontextwochenzeitung.de/debatte/231/die-hohe-schule-der-manipulation-3101.html [12.03.2018]

(4) Albrecht Müller: Unterste Schub­lade – eine soge­nannte Studie der Otto Brenner Stif­tung über das angeb­li­che Netz­werk „Quer­front“, Nach­denk­sei­ten v. 31.08.2015, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=27377 [04.02.2022].

(5) So Sabine Schif­fer: Quer­front­stu­die ohne Quer­ver­bin­dung. Wo die Otto-Brenner-Stif­tung „Netz­werke“ sieht und wie sie sie defi­niert und findet, Kommentar/​Rezension des Insti­tuts für Medi­en­ver­ant­wor­tung v. 21.08.2015, Erlangen/​Berlin, abruf­bar unter https://www.medienverantwortung.de/wp-content/uploads/2009/11/20150821_IMV-Schiffer_Querfront-Studie-ohne-Querfront.pdf [04.02.2022]; Paul Schreyer: Die Quer­front-Hys­te­rie, Rubikon, 22.12.2017, abruf­bar unter https://www.rubikon.news/artikel/die-querfront-hysterie [04.02.2022].

(6) Klaus Staeck: Viel zu ver­lie­ren, in: Frank­fur­ter Rund­schau, 19.11.2015, S. 12.

(7) Vgl. die tages­zei­tung v. 02.11.2015, S. 8; Frank­fur­ter Rund­schau, 03.11.2015, S. 22.

(8) Martin Reeh: Nach­ge­dacht und aus­ge­stie­gen, in: die tages­zei­tung, 28.10.2015, S. 17.

(9) Vgl. z.B. Markus Linden: Im Bür­ger­krieg. Die neuen Quer­front­par­ti­sa­nen, in: Blätter für deut­sche und inter­na­tio­nale Politik, 66. Jg., Heft 11/​2021, S. 95–104.

(10) Albrecht Müller /​ Jens Berger: Nach­den­ken über Deutsch­land. Das kri­ti­sche Jahr­buch 2021/​2022, Frank­furt a.M. 2021, S. 7.

(11) Geb. 1938, zur Bio­gra­phie vgl. https://www.nachdenkseiten.de/?author=2 [09.02.2022].

(12) Albrecht Müller: Von der Par­tei­en­de­mo­kra­tie zur Medi­en­de­mo­kra­tie. Beob­ach­tun­gen zum Bun­des­tags­wahl­kampf 1998 im Spiegel frü­he­rer Erfah­run­gen, Schrif­ten­reihe Medi­en­for­schung der Lan­des­an­stalt für Rund­funk Nord­rhein-West­fa­len, Band 30, Opladen 1999.

(13) Vgl. z.B. Albrecht Müller: Er achtete seine Partei. Vor 50 Jahren: Willy Brandt wird SPD-Chef, in: Vor­wärts, 16.02.2014, abruf­bar unter https://www.vorwaerts.de/artikel/50-jahren-willy-brandt-spd-chef [08.02.2022].

(14) Vgl. Nürn­ber­ger Nach­rich­ten, 22.11.1993, S. 2.

(15) Albrecht Müller: Kol­lek­ti­ver Wahn. Wie in Deutsch­land Mei­nun­gen gemacht werden, Frank­fur­ter Rund­schau, 12.02.2003, S. 7. Vgl. a. Albrecht Müller: Agenda 2010 kann Pro­bleme nicht lösen, Süd­deut­sche Zeitung, 31.05.2003, S. 2.

(16) Vgl. Mat­thias Meiss­ner: Porträt Albrecht Müller. Lafon­taine-Freund wirft Gysi „man­gelnde Soli­da­ri­tät“ vor, in: Der Tages­spie­gel, 26.09.2013, S. 8.

(17) Oskar Lafon­taine: Hört die Signale!, in: Welt am Sonntag, 15.08.2004, S. 12 u. 33.

(18) Dazu Albrecht Müller: Schrö­der hilft nur den Neo­li­be­ra­len. Des Kanz­lers Coup würgt jeg­li­che Alter­na­tive ab, in: Frank­fur­ter Rund­schau, 28.05.2005, S. 8.

(19) Vgl. Albrecht Müller: Die Reform­lüge. 40 Denk­feh­ler, Mythen und Legen­den, mit denen Politik und Wirt­schaft Deutsch­land rui­nie­ren, München 2004; Ders.: Macht­wahn. Wie eine mit­tel­mä­ßige Füh­rungs­elite uns zu Grunde richtet, München 2006; Ders.: Mei­nungs­ma­che. Wie Wirt­schaft, Politik und Medien uns das Denken abge­wöh­nen wollen, München 2009.

(20) Vgl. Antje Hil­de­brandt: Links über­holt. Zwei Sozi­al­de­mo­kra­ten bieten Poli­tik­ver­dros­se­nen im Inter­net ein Forum über Mei­nungs­ma­che und Mani­pu­la­tion, in: Frank­fur­ter Rund­schau, 25.01.2006, S. 26.

(21) INSM ver­brei­tert die Öffent­lich­keits­ar­beit, Nach­denk­sei­ten, 30.11.2003, abruf­bar unter https://web.archive.org/web/20040714041226/http://nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=5&idart=72 [08.02.2022] (zur Rekon­struk­tion und Über­prü­fung alter Sei­ten­in­halte im Ori­gi­nal wurde bis­wei­len, wie hier, auf das Inter­net­ar­chiv archive.org zurückgegriffen).

(22) Dazu Rudolf Speth: Die poli­ti­schen Stra­te­gien der Initia­tive neue soziale Markt­wirt­schaft, Arbeits­pa­pier, Nr. 96, Hans-Böckler-Stif­tung, Düs­sel­dorf 2004.

(23) Vgl. Müller, Unterste Schub­lade aaO (Fn. 4).

(24) Werner Eich­horst /​ Eric Thode /​ Frank Winter: Bench­mar­king Deutsch­land 2004 – Arbeits­markt und Beschäf­ti­gung, Bericht der Ber­tels­mann Stif­tung, Berlin/​Heidelberg 2004.

(25) Albrecht Müller: „Sei rüde, sei ehrlich, mach es schnell“, Nach­denk­sei­ten, 18.08.2004, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=279 [08.02.2022].

(26) Wolf­gang Lieb: Mario­net­ten-Partei und Mario­net­ten-Jour­na­lis­mus. Eine Analyse eines Bei­trags von Report Mainz vom 29.08.05, Nach­denk­sei­ten, 31.08.2005, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=208.

(27) Wolf­gang Lieb: Warum pro­fi­tiert die Linke nicht von der Krise?, Nach­denk­sei­ten, 11.08.2009, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=4121 [09.02.2022].

(28) Wolf­gang Lieb etwa regel­mä­ßig im Freitag (z.B. „Kan­ter­sieg der Kanz­le­rin“, 23.11.2007, abruf­bar unter https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/kantersieg-der-kanzlerin [16.02.2022]), Albrecht Müller u.a. in der Süd­deut­schen Zeitung (z.B. „Deutsch­land – Insel der Inkom­pe­tenz“, 26.01.2005, S. 2).

(29) Vgl. z.B. Albrecht Müller: Putin, neues Wett­rüs­ten und das Ber­li­ner SPD-Grund­satz­pro­gramm, Nach­denk­sei­ten, 19.02.2007, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=2123 [09.02.2022].

(30) Albrecht Müller: Déjà-vu – neuer kalter Krieg, Nach­denk­sei­ten, 21.05.2007, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=2352 [09.02.2022].

(31) Vgl. z.B. Wolf­gang Lieb: Gibt es das Wahre im Fal­schen? Oder kann die Logik der Befür­wor­ter des Irak­krie­ges zu einem guten Ende führen?, Nach­denk­sei­ten, 20.03.2004 [10.02.2022].

(32) Vgl. z.B. Albrecht Müller: Neue Kon­fron­ta­tion Ost-West! Haben wir dafür 40 Jahre gear­bei­tet?, Nach­denk­sei­ten, 18.08.2008, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=3407 [09.02.2022] und Wolf­gang Lieb: NATO-Gipfel, Nach­denk­sei­ten, 08.04.2009, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=3882 [09.02.2022].

(33) Vgl. Chris­toph But­ter­wegge: Migra­ti­ons­be­richt­erstat­tung – Mas­sen­me­dien als Motoren der Eth­ni­sie­rung, Nach­denk­sei­ten, 21.03.2006, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=273 [09.02.2022] und Ders.: Rechts­po­pu­lis­mus, Kul­tur­ras­sis­mus und Mus­lim­feind­lich­keit, Nach­denk­sei­ten, 17.12.2009, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=4414 [09.02.2022].

(34) Sven Mainka: Alter­na­ti­ver Medi­en­preis 2009 – Lau­da­tio Inter­net auf www.nachdenkseiten.de, abruf­bar unter https://www.alternativer-medienpreis.de/wp-content/uploads/2016/10/09_internet_nachdenkseiten.pdf [09.02.2022].

(35) Wolf­gang Lieb: Jens Berger macht bei den Nach­denk­sei­ten mit, Nach­denk­sei­ten, 04.03.2011, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=8569 [09.02.2022].

(36) Zur Ent­wick­lung und den Prot­ago­nis­tIn­nen dieser Szene vgl. Markus Linden: Zwi­schen alter­na­ti­ver Sicht und Ver­schwö­rungs­theo­rie – Ent­wick­lungs­ten­den­zen und Argu­men­ta­ti­ons­mus­ter digi­ta­ler „Alter­na­tiv­me­dien“ in Deutsch­land, in: Ver­schwö­rungs­theo­rien im Diskurs, 4. Beiheft der Zeit­schrift für Dis­kurs­for­schung, hg. v. Sören Stumpf und David Römer, Weinheim/​Basel 2020, S. 303–331.

(37) Jens Berger: Will­kom­men in der Echo­kam­mer – Poli­ti­sche Debat­ten in Zeiten des Inter­net, Nach­denk­sei­ten, 05.11.2015, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=28235 [09.02.2022].

(38) Zuerst am 26.07.2013 (https://www.nachdenkseiten.de/?p=18105 [09.02.2013]). Vor­an­ge­gan­gene Ver­lin­kun­gen bezie­hen sich auf die gleich­na­mige Radio­sen­dung im RBB. Ken Jebsen und der RBB trenn­ten sich 2011 (vgl. Linden: Zwi­schen alter­na­ti­ver Sicht aaO [Fn. 36], S. 304).

(39) Z.B. auf der „Sou­ve­rä­ni­täts­kon­fe­renz“ des rechts­ex­tre­men Compact-Maga­zins 2014 (vgl. den Kon­fe­renz­be­richt auf Compact-Online, abruf­bar unter https://www.compact-online.de/dritte-compact-souveraenitaetskonferenz-frieden-mit-russland-22–11-014/ [09.02.2022]), in Inter­views mit dem ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Portal KenFM (z.B. am 07.08.2016, abruf­bar unter https://apolut.net/rothfuss-interviewt-wimmer/ [09.02.2022]) oder in eigenen Bei­trä­gen auf dem Nach­fol­ge­por­tal Apolut (z.B. am 25.01.2022 unter dem Titel „Volle Fahrt voraus!“, abruf­bar unter https://apolut.net/volle-fahrt-voraus-von-willy-wimmer/ [09.02.2022]).

(40) Vgl. die Über­sicht unter http://pleisweiler-oberhofen.de/pleisweiler-gespraeche/ [09.02.2022].

(41) Abruf­bar unter https://www.youtube.com/watch?v=lUL6GNK9vcM [09.02.2022].

(42) 28. Pleis­wei­ler Gespräch mit Prof. Rainer Maus­feld – 22. Oktober 2017, abruf­bar unter https://www.youtube.com/watch?v=aK1eUnfcK4Q [17.02.2022].

(43) Rainer Maus­feld: Warum schwei­gen die Lämmer? Wie Eli­ten­de­mo­kra­tie und Neo­li­be­ra­lis­mus unsere Gesell­schaft und unsere Lebens­grund­la­gen zer­stö­ren, Frank­furt a.M. 2019; Ders.: Angst und Macht – Herr­schafts­tech­ni­ken der Angst­er­zeu­gung in kapi­ta­lis­ti­schen Demo­kra­tien, Frank­furt a.M. 2019.

(44) RT DE Chef­re­dak­teur Ivan Rodi­o­nov, 32. Pleis­wei­ler Gespräch, abruf­bar unter https://www.youtube.com/watch?v=OUooGaTl1Uw [09.02.2022], Zitate bei min. 3:03 u. 8:07.

(45) Wolf­gang Lieb in eigener Sache: Ich habe mich schwe­ren Herzens ent­schlos­sen, nicht mehr für die Nach­Denk­Sei­ten zu arbei­ten, Nach­denk­sei­ten, 23.10.2015, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=28063 [09.02.2022].

(46) Storz: Quer­front aaO [Fn. 1], S. 30; KenFM im Gespräch mit: Albrecht Müller (2 Teile), KenFM v. 16.11.2014, abruf­bar unter https://apolut.net/albrecht-mueller/ und https://apolut.net/kenfm-im-gespraech-mit-albrecht-mueller-teil‑2/ [10.02.2022].

(47) Vgl. hierzu und zum Fol­gen­den (mit wei­te­ren Nach­wei­sen) Markus Linden: Zwi­schen alter­na­ti­ver Sicht und Ver­schwö­rungs­theo­rie aaO (Fn. 36).

(48) Jens Berger: Die Schnapp­at­mung gegen #Auf­ste­hen zeigt, wie wichtig die Samm­lungs­be­we­gung ist, Nach­denk­sei­ten, 08.08.2018, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=45380 [11.02.2022].

(49) Vgl. Markus Linden: Im Bür­ger­krieg aaO (Fn. 9).

(50) Vgl. z.B. Giorgio Agamben, Das nackte Leben, KenFM, 16.06.2021, https://apolut.net/das-nackte-leben-von-giorgio-agamben/ [10.02.2022].

(51) Ein Inter­view und zwei Auf­sätze des ita­lie­ni­schen Phi­lo­so­phen finden sich z.B. im Heft „Compact-Aktuell: Corona-Dik­ta­tur“ (2021), S. 22–30.

(52) Vgl. Wolf Wetzel: Von Giorgio Agamben, über Karl Heinz Roth bis zu ‚ver­lo­cken­den‘ End­zeit­stim­mun­gen (Gast­bei­trag), Nach­denk­sei­ten, 30.01.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=80260 [12.02.2022].

(53) So z.B. Kai Ehlers: Was kommt nach Putin? (Gast­bei­trag), Nach­denk­sei­ten, 02.12.2014, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=24139 [11.02.2022].

(54) So z.B. Peter Becker: Die Bie­der­män­ner und die Brand­stif­ter (Gast­bei­trag), Nach­denk­sei­ten, 01.10.2015, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=27770 [11.02.2022]; Jens Berger: Die Aggres­si­ons­po­li­tik der west­li­chen Allianz, Nach­denk­sei­ten, 25.11.2015, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=28994 [11.02.2022].

(55) Vgl. z.B. Stefan Korinth: Ukraine: Der Qua­li­täts­jour­na­lis­mus versagt (Gast­bei­trag), Nach­denk­sei­ten, 31.01.2014, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=20542 [12.02.2022].

(56)  Vgl. z.B. Albrecht Müller: Ukraine, Russ­land, Merkel und Putin – die Stra­te­gien der Mei­nungs­ma­che sind perfekt und pervers, Nach­denk­sei­ten, 21.11.2014, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=24014 [11.02.2022].

(57) Die Nato dehnt sich aus und nicht Russ­land, Inter­view von Jens Wer­ni­cke mit Daniele Ganser, Nach­denk­sei­ten, 22.09.2014, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=23352 [11.02.2022].

(58) Vgl. dazu (mit wei­te­ren Nach­wei­sen) Markus Linden: Zwi­schen alter­na­ti­ver Sicht und Ver­schwö­rungs­theo­rie aaO (Fn. 36).

(59) Der Terror von Paris und die globale Gewalt­spi­rale, Inter­view von Jens Wer­ni­cke mit Daniele Ganser, Nach­denk­sei­ten, 20.01.2015, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=24659 [11.02.2022].

(60) Zuletzt 2020 mit Marcus Klöck­ner, Nach­denk­sei­ten, 27. und 28.04.2020, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=60505 u. https://www.nachdenkseiten.de/?p=60555 [11.02.2022].

(61) Albrecht Müller: Ille­gale Kriege – Vortrag von Dr. Daniele Ganser in Landau /​ Pfalz, Nach­denk­sei­ten, 20.10.2016, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=35485 [11.02.2022]. Vortrag v. 20.11.2016 abruf­bar unter https://www.youtube.com/watch?v=7qSLGo3zIO4&t=28s [11.02.2022], Zitat bei h. 2:08:00.

(62) Vgl. z.B. Rainer Maus­feld: Angst und Macht aaO (Fn. 43); „Die Gedan­ken sind frei?! – Albrecht Müller und Rainer Maus­feld im Gespräch“, Video des Westend-Verlags, 09.12.2019, abruf­bar unter https://www.youtube.com/watch?v=vmfPPlAsW7Q [12.02.2022]; Albert Klütsch: „Angst vor der Angst“. Rainer Maus­feld zeich­net „Angst und Macht“ als neo­li­be­rale Herr­schafts­tech­nik (Gastbeitrag/​Rezension), Nach­denk­sei­ten, 10.10.2019, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=55492 [12.02.2022].

(63) Daniele Ganser: Inter­view (Teil 2) aaO (Fn. 61).

(64) Z.B. beim „Neuen Ham­ba­cher Fest“ des Öko­no­men Max Otte 2019, Refe­ren­ten­liste abruf­bar unter https://neues-hambacher-fest.de/referenten-2019/ [11.02.2022].

(65) Vgl. die Meldung des Tages­spie­gel v. 27.10.2021, S. 22.

(66) Ganser ist einer der Stars des Portals, aber auch mit Maus­feld gibt es zahl­rei­che Bei­träge und auch Ver­lin­kun­gen zu Bei­trä­gen mit ihm auf den Nach­denk­sei­ten, z.B. am 06.08.2016, Die Links-Rechts-Dem­ago­gie. Ein Inter­view mit Rainer Maus­feld, abruf­bar unter https://apolut.net/die-links-rechts-demagogie/ [12.02.2022].

(67) Z.B. „Albrecht Müllers Warnung vor der akuten Kriegs­ge­fahr“, Vortrag, 14.06.2016, abruf­bar unter https://apolut.net/albrecht-muellers-warnung-kriegsgefahr/ [11.02.2022]; Ders.: Die im Dunkeln sieht man nicht, KenFM v. 11.12.2000, abruf­bar unter  https://apolut.net/die-im-dunkeln-sieht-man-nicht-von-albrecht-mueller/ [11.02.2022]; „Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Jens Berger (Nach­Denk­Sei­ten) (Podcast)“, KenFM 22.11.2017, abruf­bar unter https://apolut.net/der-rote-tisch-jens-berger-podcast/ [11.02.2022]; „Im Gespräch: Jens Berger (‚Wer schützt die Welt vor den Finanz­kon­zer­nen?‘), KenFM, 20.06.2020, abruf­bar unter https://apolut.net/jens-berger/ [11.02.2022].

(68) Albrecht Müller: Wem sollen wir glauben – Sahra Wagen­knecht oder Ken Jebsen?, Nach­denk­sei­ten, 04.05.2020, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=60706 [11.02.2022].

(69) Ein Gespräch zwi­schen Ken Jebsen und Albrecht Müller über „Glaube wenig. Hin­ter­frage alles. Denke selbst“, Nach­denk­sei­ten, 21.10.2019, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=55748 [11.02.2022]; Westend Verlag: Schnauze, Zeit­geist!, Bör­sen­blatt 26/​2019, abruf­bar unter https://www.boersenblatt.net/archiv/1868511.html [11.02.2022].

(70) Zuerst Mathias Bröckers/​Christian C. Walther: 11.9. – zehn Jahre danach. Der Ein­sturz eines Lügen­ge­bäu­des, Frank­furt a.M. 2011. Dort heißt es z.B. auf S. 262f.: „Denn ohne ein neues Pearl Harbor wäre es unmög­lich gewesen, den not­wen­di­gen Krieg zu führen. 9/​11 musste pas­sie­ren.“ Vgl. a. Mathias Bröckers/​Paul Schreyer: Wir sind die Guten. Ansich­ten eines Put­in­ver­ste­hers oder wie uns die Medien mani­pu­lie­ren, Frank­furt a.M. 2014.

(71) Der Fall Ken Jebsen. Der Macher von KenFM im Gespräch mit Mathias Brö­ckers, Frank­furt a.M. 2016 (Verlag fifty-fifty in Ver­triebs­ko­ope­ra­tion mit Westend, auf der Westend-Ver­lags­seite nicht mehr verfügbar).

(72) Maik Baum­gärt­ner u.a.: Wie aus Kayvan Soufi-Siavash der Ver­schwö­rungs­ideo­loge Ken Jebsen wurde, SPIEGEL-Plus, 17.06.2020, abruf­bar unter https://www.spiegel.de/panorama/leute/verschwoerungstheoretiker-ken-jebsen-ein-verbales-maschinengewehr-a-81948d79-f7b3-428e-9506–04a9bd56cd29 [12.02.2022].

(73) Z.B. am 12.02.2022 den Beitrag „Die Macht um Acht (96) ‚Die Nieten der Tages­schau‘“, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=80738#h12 [14.02.2022].

(74) Z.B. am 06.02.2022 der Apolut-Beitrag von Wolf­gang Bittner: „Die Men­schen werden mit ‚Corona‘ beschäf­tigt, während die Bombe über ihnen schwebt“, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=80477 [14.02.2022].

(75) Nach­denk­sei­ten, 08.02.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=80573 [14.02.2022].

(76) Nach­denk­sei­ten, 09. und 10.08.2022, „Mathias Brö­ckers zu 9/​11: Die Lüge wird bis heute als Wahr­heit akzep­tiert“ sowie „Mathias Brö­ckers über 9/​11 und die Medien: Das hatte mit Jour­na­lis­mus nichts mehr zu tun“, Inter­view mit Marcus Klöck­ner, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=75001 und https://www.nachdenkseiten.de/?p=75029 [14.02.2022].

(77) Vgl. Albrecht Müller: Könnte es sein, dass die Flücht­linge und wir die Opfer einer PR-Stra­te­gie der CDU-Vor­sit­zen­den/­Bun­des­kanz­le­rin gewor­den sind?, Nach­denk­sei­ten, 15.09.2015, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=27568 [14.02.2022].

(78) Dazu Mat­thias Holland-Letz: Online-Magazin „Rubikon“: Zweifel in der eigenen Echo-Kammer, Über­me­dien, 25.06.2020, abruf­bar unter https://uebermedien.de/50234/online-magazin-rubikon-zweifel-in-der-eigenen-echo-kammer/ [14.02.2022].

(79) Autoren­por­trait Jens Wer­ni­cke, abruf­bar unter https://www.rubikon.news/autoren/jens-wernicke [14.02.2022].

(80) Jens Wer­ni­cke (Hrsg.): Lügen die Medien? Pro­pa­ganda, Rudel­jour­na­lis­mus und der Kampf um die öffent­li­che Meinung, Frank­furt a.M. 2017.

(81) So die Bezeich­nung im Jahr 2017, Mit­glie­der abruf­bar unter https://web.archive.org/web/20170509022334/https://www.rubikon.news/beirat [14.02.2022].

(82) So die heutige Bezeich­nung, Mit­glie­der abruf­bar unter https://www.rubikon.news/freunde [14.02.2022].

(83) https://multipolar-magazin.de/ [14.12.2022]; zum Crowd­fun­ding vgl. die Infor­ma­tio­nen auf https://www.startnext.com/multipolar/blog/beitrag/multipolar-ist-gestartet-p86476.html [14.02.2022].

(84) Z.B. Paul Schreyer: Chronik einer ange­kün­dig­ten Krise. Wie ein Virus die Welt ver­än­dern konnte, Frank­furt a.M. 2020 und Ulrich Teusch: Poli­ti­sche Angst. Warum wir uns kri­ti­sches Denken nicht ver­bie­ten lassen dürfen, Frank­furt a.M. 2021. Einen guten Über­blick gibt die AutorIn­nen­liste in Jens Wer­ni­cke (Hrsg.): Der nächste große Krieg. Mit allen Kräften unter­gräbt der Westen den Frieden zwi­schen Europa und Russ­land (Ebook im Verlag Fifty-Fifty, einem Imprint von Westend, 2019).

(85) Vgl. z.B. die Über­sicht zu Korinth, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?gastautor=stefan-korinth [14.02.2022]; „Paul Schreyer zu Covid-19: ‚Es ist an der Zeit, die Not­bremse zu ziehen‘“ (Inter­view mit Marcus Klöck­ner), Nach­denk­sei­ten, 21.09.2020, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=64984 [14.02.2022]; Paul Schreyer: Xavier Naidoo und das „besetzte Land“, Nach­denk­sei­ten, 08.05.2017, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=38184 [14.02.2022]; „Ulrich Teusch: ‚Ich mache mir Sorgen um den demo­kra­ti­schen Rechts­staat‘“ (Inter­view mit Marcus Klöck­ner), Nach­denk­sei­ten, 17.08.2021, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=75171 [14.12.2022].

(86)  Z.B. mit einem Rubikon-Beitrag in Jens Wer­ni­cke (Hrsg.): Der nächste große Krieg aaO [Fn. 85] oder auf den Nach­denk­sei­ten in zwei Inter­views im Jahr 2020 (23.11.2020, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=67244; 03.03.2020, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=58966 [14.02.2022]).

(87) Ähnlich verhält es sich mit Mul­ti­po­lar, das eben­falls Bei­träge von RT ver­linkt, vgl. z.B. die Über­sicht unter https://multipolar-magazin.de/archiv-empfehlungen/2021_1 [14.02.2022].

(88) Vgl. z.B. Jens Berger:  Von der deut­schen Tea Party zur Henkel-Partei (II) – Der rechte Ritt auf der Welle der Empö­rung, Nach­denk­sei­ten, 12.10.2011, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=10973  [16.02.2022]; Ders.: Anti­se­mi­tis­mus-Doku oder anti­pa­läs­ti­nen­si­sche Pro­pa­ganda? Es ist schon seltsam, dass sich fast alle Medien für ein jour­na­lis­tisch mehr als frag­wür­di­ges Werk stark­ma­chen, Nach­denk­sei­ten, 14.06.2017, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=38750 [14.02.2022].

(89) Vgl. z.B. Fre­der­ico Füll­graf: „Spanien befreite Mexiko vom Terror der Azteken” – Vox, die „Madri­der Charta“, die AfD und die rechts­ra­di­kale Offen­sive in Latein­ame­rika (Gast­bei­trag), Nach­denk­sei­ten, 11.11.2021, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=77869 [14.02.2022].

(90) So Jens Berger: Serie zu den Par­teien im Wahl­kampf: Die AfD, Nach­denk­sei­ten, 26.08.2021, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=75502 [14.02.2022].

(91) Z.B. durch seine Sen­de­reihe mit dem von links kom­men­den Coro­nal­eug­ner und Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker Anselm Lenz auf Apolut (https://apolut.net/video/kaiser-und-lenz/ [15.02.2015]) oder durch Video­in­ter­views mit, z.B., Max Otte („Der Great Reset ist da!“, 16.01.2021, abruf­bar unter https://www.youtube.com/watch?v=MrFAhZqK0xw [15.02.2022]). Von der äußers­ten Rechten in Form der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung grenzt sich Kaiser zwar ab („Die Iden­ti­täre Bewe­gung – Denn sie wissen nicht, was sie tun“, Video v. 25.07.2019, abruf­bar unter https://kaisertv.de/2019/07/25/die-identitaere-bewegung-denn-sie-wissen-nicht-was-sie-tun/  [15.02.2022]). Er hofiert aber den rechts­ra­di­ka­len His­to­ri­ker David Engels im Inter­view („Was tun in Zeiten des Nie­der­gangs?“, 07.04.2020, abruf­bar unter https://www.youtube.com/watch?v=qPKZXD8U2h8 [15.02.2022]).

(92) Gunnar Kaiser im Gespräch mit Albrecht Müller, Nach­denk­sei­ten, 02.11.2020, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=66428 [15.02.2022], ab h. 1:08:18.

(93) Wie wollen wir das unseren Kindern erklä­ren?, Nach­denk­sei­ten, Hin­weise des Tages v. 02.09.2021, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=75671 [15.02.2022].

(94) „Wir müssen mehr für die ein­fa­chen Leute tun“, Nach­denk­sei­ten, Hin­weise des Tages v. 20.07.2021, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=74445 [15.02.2022].

(95) Moritz Müller: Weniger als die Hälfte aller MdBs stimmt für neuen Gesetz­ent­wurf, der mehr Macht­be­fug­nisse auf die Bun­des­ebene ver­la­gern soll (Gast­bei­trag), Nach­denk­sei­ten, 22.04.2021, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=71814 [15.02.2022].

(96) Bun­des­re­gie­rung plant „Schaf­fung einer Ermäch­ti­gungs­grund­lage“, RT DE, 12.04.2021, abruf­bar unter https://de.rt.com/inland/115789-bundesregierung-plant-schaffung-ermaechtigungsgrundlage/ [15.12.2022]. (seit März 2022 sind die Inhalte von RT DE sind EU-weit gesperrt.)

(97) Abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=78834 [16.02.2022].

(98) Eben­falls Autor bei Westend (Brea­king News: Die Welt im Aus­nah­me­zu­stand: Wie uns die Medien regie­ren, Frank­furt a.M. 2018) und Rubikon („Die Pro­pa­ganda-Matrix: Der Kampf für freie Medien ent­schei­det über unsere Zukunft“, München 2021).

(99) Die kom­plette Riege der Corona-Maß­nah­men-Kri­ti­ke­rIn­nen (von ver­gleichs­weise sach­li­chen Kri­ti­ke­rIn­nen über Fake-News-Ver­brei­te­rIn­nen und Ideo­lo­gIn­nen bis hin zu Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ke­rIn­nen) tritt dort auf. Jürgen Fliege kann bei­spiels­weise wider­spruchs­los behaup­ten, Angela Merkel habe eine „Reli­gion des Todes“  bzw. „Reli­gion zum Tod“ ermög­licht (Sendung v. 19.05.2021, abruf­bar unter https://www.youtube.com/watch?v=vxgQEnzzBvQ [16.02.2022], ab min. 20:00).

(100) Zen­trale Macher sind die der­zei­ti­gen Vor­sit­zen­den der eso­te­risch ori­en­tier­ten Partei Die Basis Viviane Fischer und Reiner Fuell­mich. Im emp­foh­le­nen Video (abruf­bar unter https://odysee.com/@Corona-Ausschuss:3/Ad-hoc_Chest_Unit_Pfleger:6 [16.02.2022]) wird u.a. von einem geheim­nis­vol­len Sport­le­rIn­nenster­ben berich­tet, das durch die Impfung aus­ge­löst worden sei (ab min. 38:40) – außer­dem von bislang 500.000 Impf­t­o­ten alleine in den USA (min. 39:57).

(101) AaO, min. 46:12.

(102) Vgl. die Infor­ma­tio­nen auf https://diebasis-partei.de, dort findet sich auch ein Gast­bei­trag von Ganser über „20 Jahre 9/​11“, 09.11.2021, abruf­bar unter https://diebasis-partei.de/2021/09/20-jahre‑9–11/ [17.02.2022]. Ganser pos­tu­liert seit einigen Jahren „Acht­sam­keit statt Angst“ (Inter­view mit Rubikon, 28.11.2020, abruf­bar unter https://www.rubikon.news/artikel/achtsamkeit-statt-angst [17.02.2022]).

(103) Vgl. dazu z.B. Aus­sa­gen von Wolf­gang Wodarg und Reiner Fuell­mich, zitiert (mit Nach­wei­sen) in: Markus Linden: Im Bür­ger­krieg (Fn. 9), S. 96.

(104) Vgl. z.B. Redak­tion: Weckruf für jene, die sich aus Ärger über das Fehlen einer guten Alter­na­tive ein geschön­tes Bild der AfD malen, Nach­denk­sei­ten, 02.03.2020, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=58936 [15.02.2022].

(105) Zuletzt Chantal Mouffe: Für einen linken Popu­lis­mus, Frank­furt a.M. 2018.

(106) Albrecht Müller: Der Kampf­be­griff einer super großen Koali­tion: Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker!, Nach­denk­sei­ten, 05.06.2020, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=61681#foot_1 [15.02.2022].

(107) Marcus B. Klöck­ner: Sabo­tierte Wirk­lich­keit. Oder: Wenn Jour­na­lis­mus zur Glau­bens­lehre wird, Frank­furt a.M. 2019; Ders.: Zombie-Jour­na­lis­mus: Was kommt nach dem Tod der Mei­nungs­frei­heit?, München 2021.

(108) Thomas Moser: Der Amri-Komplex. Ein Ter­ror­an­schlag, zwölf Tote und die Ver­stri­ckun­gen des Staates, Frank­furt a.M. 2021.

(109) Anschlag Breit­scheid­platz: „Die ‚Mani­pu­la­tion‘ stand am Anfang der Geschichte, und sie durch­zieht sie kom­plett bis zum bit­te­ren Ende“, Inter­view von Marcus Klöck­ner mit Thomas Moser, Nach­denk­sei­ten, 20.12.2021, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=79159 [15.02.2022].

(110) Albrecht Müller: Aktion „Ein­fluss­agen­ten erken­nen und benen­nen“, Nach­denk­sei­ten, 08.09.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=64521 [15.02.2022].

(111) Albrecht Müller: Die Revo­lu­tion ist fällig. Aber sie ist ver­bo­ten, Frank­furt a.M. 2020, S. 105 (Ebook).

(112) Jörg Tauss: Cem Özdemir: Der grüne US-Boy, Tele­po­lis, 13.06.2019, abruf­bar unter https://www.heise.de/tp/features/Cem-Oezdemir-Der-gruene-US-Boy-4427752.html [15.02.2022].

(113) Albrecht Müller: Die Revo­lu­tion ist fällig aaO [Fn. 112].

(114) „Die Revo­lu­tion ist fällig“ – Albrecht Müller im Gespräch, Video des Westend-Verlags, 07.09.2020, abruf­bar unter https://www.youtube.com/watch?v=fH515UfMmZU&t=8s [01.04.2022], ab min. 34:20.

(115) Albrecht Müller (Hrsg.): Die im Dunkeln sieht man nicht. 70 Zeit­zeu­gen zu den miss­ach­te­ten Folgen der Corona-Politik, Frank­furt a.M. 2020; Jens Berger: Schwarz­buch Corona. Zwi­schen­bi­lanz der ver­meid­ba­ren Schäden und tole­rier­ten Opfer, Frank­furt a.M. 2020.

(116) Tobias Riegel: Corona-Politik: Sind Faschis­mus-Ver­glei­che jetzt ange­mes­sen?, Nach­denk­sei­ten, 26.11.2021, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=78366 [15.02.2022].

(117) Z.B. am 05.06.2021 (https://www.nachdenkseiten.de/?p=73096) und am 29.05.2021 (https://www.nachdenkseiten.de/?p=72920#h12) [16.02.2022].

(118) In der 43. Sitzung des „Corona-Aus­schus­ses“ am 12.03.2021 mit dem Titel „Einmal Faschis­mus und zurück“ tritt neben Naomi Wolf z.B. der Jour­na­list Dirk Pohl­mann auf, abruf­bar unter https://2020tube.de/video/sitzung-43-einmal-faschismus-und-zurueck/ [16.02.2022]. Pohl­mann taucht auch auf den Nach­denk­sei­ten häu­fi­ger auf, z.B. mit einem eigenen Beitrag am 16.06.2016, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=33841 [16.02.2022].

(119) So Reiner Fuell­mich auf der 41. Sitzung am 26.02.2021, abruf­bar unter https://2020tube.de/video/sitzung-41-troja-allenthalben/ [16.02.2022], h. 2:01:59.

(120) AaO, ab h. 2:55:00.

(121) Tobias Riegel: Die Corona-Geister müssen von den Bürgern ver­trie­ben werden – Andere werden es nicht tun, Nach­denk­sei­ten, 16.02.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=80900 [16.02.2022].

(122)  Z.B. viermal in den Video­hin­wei­sen am 16.02.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=80921 [17.02.2022]. Dort heißt es dann: „Biden hofft darauf, dass Russ­land in die Ukraine einmarschiert“.

(123) Wenn etwas schief­geht, dann wird es vor allem uns treffen, Nach­denk­sei­ten, 11.02.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=80721 [16.02.2022].

(124) Dazu Nicola Gess: Halb­wahr­hei­ten. Zur Mani­pu­la­tion von Wirk­lich­keit, Berlin 2021.

(125) RUBIKON: Im Gespräch: „Das Kriegs­mo­tiv“ (Mathias Brö­ckers, Stefan Korinth, Chris­tian Kreiß, Jürgen Rose und Walter van Rossum), 08.03.2022, abruf­bar unter https://www.rubikon.news/rubrik/2/artikel/das-kriegsmotiv [11.03.2022], min. 22:38.

(126) Tobias Riegel: Russ­land handelt auch aus Notwehr, Nach­denk­sei­ten, 28.2.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=81293 [11.03.2022].

(127) Oskar Lafon­taine: Krieg ist kein Mittel der Politik, Nach­denk­sei­ten, 24.02.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=81205 [11.03.2022].

(128) Jens Berger: Die Frie­dens­ord­nung liegt in Scher­ben, Nach­denk­sei­ten, 24.02.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=81165 [11.03.2022].

(129) Ebd.

(130) Z.B. bei Albrecht Müller: „Von der Brut­kas­ten­lüge zur Geburts­kli­nik-Lüge??“, Nach­denk­sei­ten, 11.03.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=81819 [11.03.2022].

(131) Z.B. Peter Vor­nahme: Putin gehört wie ehe­ma­lige US-Prä­si­den­ten vor den Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof (Gast­bei­trag), Nach­denk­sei­ten, 07.03.2022, abruf­bar unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=81623 [11.03.2022].

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